nach oben
21.03.2012

Achteinhalb Jahre Haft nach millionenschwerer Steuerhinterziehung

Stuttgart. Ein 53-jähriger Mann aus Böblingen hat mit seiner Firma den Staat um fast 19 Millionen Euro Steuern geprellt - jetzt muss er dafür acht Jahre und sechs Monate in Haft. Das Landgericht Stuttgart sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Böblinger Autohändler über Jahre hinweg mit Scheinfirmen Geschäfte getätigt hat, für die keine Umsatzsteuern abgeführt wurden.

Von 2005 bis 2008 soll der Mann zusammen mit seinem Bruder 1037 Luxusfahrzeuge verkauft haben. Dieser erhielt wegen Beihilfe zur Umsatzsteuerhinterziehung eine zweijährige Bewährungsstrafe.

Nach Ansicht des Gerichts hätten die beiden wissen können, dass die teilweise bei 17 Prozent liegenden Einkaufsrabatte deutlich zu hoch waren. Diese Rabatte seien erkennbar darauf zurückzuführen gewesen, dass die Lieferanten keine Umsatzsteuer abgeführt haben, erklärte der Richter. Deshalb hätten die Brüder keine Vorsteuer auf die Käufe geltend machen dürfen. Von den auf diese Weise erzielten Geldern vermutet das Gericht 6,6 Millionen Euro bei den Lieferanten, 7,4 Millionen Euro in der Firma der beiden Brüder und 4,7 Millionen Euro beim Endkunden. Ob die beteiligten Händler als Bande handelten, konnte das Gericht nicht endgültig klären.

Strafmildernd wirkte sich für die beiden Brüder ein Geständnis gegen Ende des Prozesses aus, erklärte der Richter. Allerdings wären beide auch ohne Geständnis verurteilt worden. Zudem hätten die Finanzbehörden früher auf die Steuerhinterziehung aufmerksam werden können. dpa