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In Stuttgart gibt es ab dem Jahresbeginn 2019 Fahrverbote für Dieselautos der Euro-Abgasnorm 4 und schlechter.
In Stuttgart gibt es ab dem Jahresbeginn 2019 Fahrverbote für Dieselautos der Euro-Abgasnorm 4 und schlechter. © Symbolbild dpa
11.07.2018

Ältere Diesel-Autos müssen draußen bleiben – aber es trifft längst nicht alle

Stuttgart. Diesel der Euronorm 4 und schlechter dürfen von 2019 an nicht mehr in der Stadt Stuttgart fahren. Damit soll die Luft dort sauberer werden. Gelingt dies nicht, droht auch neueren Diesel-Autos ein Fahrverbot.

Die Liste der Ausnahmen ist allerdings lang, wie eine vom Staatsministerium zusammengestellte Übersicht zeigt. Offenbar will man Handwerker verschonen, genauso wie Lieferverkehr, Pflegedienste – aber auch Wohnmobile auf der Durchreise. Und auch Pendler können – unter bestimmten Voraussetzungen – auf Gnade hoffen:

- Konkret sieht die Landesregierung zahlreiche – nicht befristete – so genannte Übergangsregelungen vor, die gekippt werden können, wenn das Handwerk und andere Betroffene ihrer Selbstverpflichtung zur Flottenerneuerung nicht nachkommen. Diese gelten für den Lieferverkehr (alle Fahrten zur Versorgung der Bevölkerung, auch Fahrten von Handwerkern und Baufahrzeuge als Werkstattwagen oder zum Transport von Werkzeugen/Material), für Reisebusse, Omnibusse im Linienverkehr, Einsatz-, Hilfs- und Versorgungsfahrzeuge des ÖPNV und Taxen, bestimmte Fahrzeuge im Mietwagenverkehr, Carsharingfahrzeuge und Fahrten mit Wohnmobilen zu Urlaubszwecken.

- Ausnahmen ohne Vorbehalt sollen für die Versorgung des Lebensmitteleinzelhandels, von Apotheken, von Altenheimen und Krankenhäusern gelten sowie vergleichbaren öffentlichen Einrichtungen, genauso wie für Fahrten für soziale und pflegerische Hilfsdienste, Fahrten zum Erhalt und zur Reparatur betriebsnotwendiger technischer Anlagen, bei Existenzgefährdung, insbesondere bei Kleinbetrieben wie Privatfahrschulen, für Menschen mit Behinderung und medizinische Notfälle sowie notwendige regelmäßige Arztbesuche. Auch an die nach Stuttgart einpendelnden Schichtarbeiter von Daimler, Porsche & Co. hat man gedacht: Ihnen soll die Fahrt zur Arbeit auch im alten Diesel weiterhin möglich sein – vorausgesetzt sie können nicht auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen. Wie sie das belegen müssen, geht nicht aus der Übersicht des Staatsministeriums hervor.

- Das ist noch nicht das Ende der Liste. Generelle Ausnahmen sollen darüberhinaus für mobile Maschinen und Geräte, für Arbeitsmaschinen, Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, Zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge, Krankenwagen, Arztwagen mit entsprechender Kennzeichnung, Fahrten von Menschen mit Behinderung, für Bundeswehr, Bundespolizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Polizei, Zolldienst, Rettungsdienst, Müllabfuhr und Nato-Truppen gelten. Nicht zuletzt dürfen Oldtimer mit entsprechendem Kennzeichen weiterhin nach Stuttgart einfahren.