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Fichter © dpa
13.01.2015

AfD-Politiker Fiechtner droht Parteiverfahren: Koran mit "Mein Kampf" verglichen

Der Stuttgarter Stadtrat der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD), Heinrich Fiechtner, muss nach Beleidigung des grünen Oberbürgermeisters Fritz Kuhn mit mindestens einer Rüge, wenn nicht einem Ausschluss aus seiner Partei rechnen.

Wie weit die Konsequenzen gehen, von denen auch die «Stuttgarter Zeitung» berichtet hatte, ist noch nicht klar. Nach Angaben des Sprecher des Kreisverbands Stuttgart, Professor Lothar Maier, will der Kreisvorstand eine Rüge gegen den Stuttgarter Arzt aussprechen, der den Rathauschef als «miesen faschistoid-populistischen Scharfmacher» bezeichnet und den Koran mit Hitlers «Mein Kampf» gleichgesetzt hatte. Die AfD ist mit drei Stadträten im Gemeinderat der Landeshauptstadt vertreten.

AfD-Landeschef Bernd Kölmel dagegen plädiert für einen Parteiausschluss und kündigte an, der Bundesvorstand werde am kommenden Wochenende darüber entscheiden. Er sagte: «Eine ganze Religionsgemeinschaft zu diskreditieren - da geht einfach nicht als gewählter Funktionsträger unserer Partei.» Die AfD sei nicht kritisch gegenüber dem Islam, sondern Auswüchsen, die mit dem Islam begründet würden. Auch die Ausfälle gegen Kuhn seien nicht akzeptabel.

Fiechtner gilt als konservativer Gegenspieler des liberaleren Kölmel, der beim Landesparteitag in Kirchheim Teck im Oktober 2014 für den Ausschluss des Mediziners aus dem Landesvorstand plädiert hatte. Fiechtner bezeichnet sich als pietistisch geprägten Christen und ist Mitglied des Pforzheimer Kreises der AfD, in dem sich Christen gegen die Abtreibung und für die Wertschätzung von Ehe und Familie einsetzen. Bei dem Parteitreffen stimmte eine Mehrheit für den Rauswurf Fiechtners aus dem Vorstand; er trat daraufhin selbst zurück.