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01.02.2019

Afrikanische Schweinepest - Keine Schonzeit für Schwarzwild

Stuttgart. Agrarminister Peter Hauk (CDU) will gegen die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Baden-Württemberg die zweimonatige Schonzeit im März und April für die Bejagung von Schwarzwild aussetzen.

Dies geht aus einer in Stuttgart veröffentlichten Antwort auf eine Landtagsanfrage des CDU-Abgeordneten Manuel Hagel hervor. Auch die anderen Länder hätten entsprechende Regelungen getroffen. Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich. Sie kann aber leicht auf Haus- und Wildschweine übertragen werden.

In den Monaten März und April würden rund zwölf Prozent der Jahresstrecke gemacht, erklärte Landesjägermeister Jörg Friedmann. «Das Schwarzwild findet diesen Winter sehr viel Nahrung im Wald, das erschwert die Jagd massiv.» Hagel sagte, mit der konsequenten Bejagung von Wildschweinen könne die Einschleppungsgefahr für die Krankheit deutlich verringert werden. Ob die Schonzeit für Schwarzwild für immer aufgehoben wird ist aber offen. «Es bleibt abzuwarten, wie sich die Gefahr des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Zukunft entwickelt", heißt es in der Antwort des Agrarministeriums weiter. Danach müsse neu entschieden werden.

Im vergangenen Jagdjahr (1. April 2017 bis 31. März 2018) haben sich die Wildschweine stark vermehrt, wie die Wildforschungsstelle Aulendorf mitteilte. Es wurden rund 79 000 erlegte Wildschweine gemeldet. Im Vorjahr waren es dagegen noch 46 000. Die Afrikanische Schweinepest ist eine Tierseuche. Sie kann über Lebensmittel übertragen werden. Die Behörden befürchten, dass sie durch unachtsam weggeworfene Speisereste eingeschleppt wird. Die Behörden wollen verhindern, dass Wildschweine infizierte Lebensmittel aus dem Ausland, die etwa an Parkplätzen weggeworfen werden, fressen. In Deutschland ist die Krankheit bislang noch nicht aufgetreten.