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Aktivisten und Passanten stehen in Mannheim vor einem besetzten Haus. Rund ein dutzend Aktivisten von dem Bündnis «Wem gehört die Stadt? - Mannheim» haben am Samstag ein leerstehendes Haus im Mannheimer Stadtteil Jungbusch besetzt und die Stadt aufgefordert, dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Aktivisten und Passanten stehen in Mannheim vor einem besetzten Haus. Rund ein dutzend Aktivisten von dem Bündnis «Wem gehört die Stadt? - Mannheim» haben am Samstag ein leerstehendes Haus im Mannheimer Stadtteil Jungbusch besetzt und die Stadt aufgefordert, dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. © dpa
Unser Archivbild von der Besetzung eines leer stehenden Hauses im Mannheimer Stadtteil Jungbusch von 2003 zeigt, dass der Widerstand gegen die Neuordnung des Stadtteils schon länger andauert. Vor allem sozial schwache Bewohner finden hier nicht mehr genug bezahlbaren Wohnraum. Darauf soll die erneute Hausbesetzung hinweisen.
Unser Archivbild von der Besetzung eines leer stehenden Hauses im Mannheimer Stadtteil Jungbusch von 2003 zeigt, dass der Widerstand gegen die Neuordnung des Stadtteils schon länger andauert. Vor allem sozial schwache Bewohner finden hier nicht mehr genug bezahlbaren Wohnraum. Darauf soll die erneute Hausbesetzung hinweisen. © dpa
05.08.2017

Aktivisten beenden Hausbesetzung in Mannheim

Mannheim. Aktivisten haben am Samstag nach einigen Stunden die Besetzung eines leerstehenden Hauses im Mannheimer Stadtteil Jungbusch beendet. Die Aktion sei ein Erfolg für den Stadtteil und ihr Anliegen gewesen, hieß es am Abend vom Bündnis «Wem gehört die Stadt? - Mannheim», dem rund ein Dutzend Aktivisten angehören.

Die breite Aufmerksamkeit sei genutzt worden, um mit Vertretern der Stadt in Verhandlung zu treten und es sei gelungen, die Standpunkte deutlich zu machen. Die Aktivisten wollen erreichen, dass in dem Haus bezahlbarer Wohnraum statt eines Gründerzentrums geschaffen wird.

Die Polizei hatte am Nachmittag die Räumung des Hauses verlangt und den Besetzern vorgeschlagen, für ihr Anliegen einen Demonstrationszug durch den Stadtteil zu organisieren. Das hatten die Aktivisten zunächst abgelehnt. Die Stadt warnte, das Gebäude sei baufällig. «Es besteht Gefahr für Leib und Leben», sagte ein Sprecher. Aus diesem Grund hätten die damaligen Mieter das Haus 2011 verlassen müssen, hieß es.

Nach Ansicht der Hausbesetzer handelt es sich dabei um einen Vorwand, da die Stadt das Gebäude sanieren und dort ein Gründerzentrum etablieren wolle. Das habe man bei einer Parteiveranstaltung vor wenigen Tagen erfahren. Ein Sprecher der Stadt bestätigte solche Überlegungen.

Im Juni hat die Stadt einen Plan zur Schaffung preiswerten Wohnraums beschlossen. «Diesem Beschluss müssen nun Taten folgen», forderten die Aktivisten. Um darauf aufmerksam zu machen, habe man das Haus besetzt. Die Aktivisten wollen, dass dort Wohnungen aber auch Räume für soziale Initiativen und Kulturangebote geschaffen werden.

Am Abend lautete die Bilanz der Hausbesetzer: «Die mediale Aufmerksamkeit und das rege Interesse der Anwohner*innen haben uns gezeigt, dass unser Anliegen legitim ist und auf breite Zustimmung trifft.» Am Montag werde es ein Treffen mit Entscheidungsträgern der Stadt zur künftigen Nutzung des Gebäudes geben.

Von Seiten der Stadt hieß es, man fühle sich dem sozialen Wohnungsbau verpflichtet. Aktuell würde beispielsweise unweit des besetzten Hauses ein Gebäude mit Wohnungen saniert, die für Familien erschwinglich sein sollen. «Der Quadratmeterpreis solle nicht den Betrag von 7,50 Euro überschreiten», sagte der Sprecher der Stadt.