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Foto: Symbolbild © dpa
26.07.2017

Alkoholfahrt: OB soll Führerschein für mehrere Monate abgeben

Bietigheim-Bissingen (dpa/lsw) - Wegen einer Trunkenheitsfahrt des Oberbürgermeisters von Bietigheim-Bissingen fordert die Staatsanwaltschaft den mehrmonatigen Entzug seines Führerscheins und eine Geldstrafe.

Das sagte Staatsanwalt Christoph Meyer-Manoras am Mittwoch in Heilbronn. Eine genaue Zeitspanne für den beim Amtsgericht Besigheim beantragten Entzug des Führerscheins nannte er nicht. Nach Informationen der «Heilbronner Stimme» (Donnerstag) soll der OB Jürgen Kessing den Führerschein nach dem Willen der Anklagebehörde erst nach acht Monaten wiederbekommen können.

Die Geldstrafe bewegt sich laut Staatsanwaltschaft in einem niedrigen Bereich. «Das wird in solchen Fällen einer Trunkenheitsfahrt ohne Unfall und einem Blutalkoholwert nur knapp über der absoluten Fahruntüchtigkeit beantragt», sagte eine Sprecherin der «Heilbronner Stimme».

Zuvor hatten mehrere Medien über den Fall berichtet. Der SPD-Politiker war demnach am 21. Juni auf dem Heimweg von einer Nachsitzung des Gemeinderats, als er mit 1,1 Promille am Steuer erwischt wurde. Seitdem ist er seinen Führerschein los.

Der OB räumte in mehreren Medien ein Fehlverhalten ein. «Es tut mir leid, dass das passiert ist», sagte er der «Stuttgarter Zeitung». Er betonte demnach, dass bei der Fahrt nichts passiert sei – «außer dass ich mich selbst geschädigt habe».

Kessing kandidiert für das Präsidentenamt des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV). Daran hält er trotz der drohenden Strafe fest. Die Findungskommission des DLV habe ihn gebeten, seine Kandidatur aufrechtzuerhalten, sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Der bisherige DLV-Präsident Clemens Prokop wird nach 16 Jahren aufhören.

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