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Roman Herzog besuchte 2002 die Goldstadt. Unter anderem machte er im Schmuckmuseum Halt. © Seibel
Roman Herzog ist im Alter von 82 Jahren verstorben. © dpa
10.01.2017

Altbundespräsident Roman Herzog stirbt im Alter von 82 Jahren

Der frühere Bundespräsident Roman Herzog ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren. Das bestätigte das Bundespräsidialamt am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Herzog stand von 1994 bis 1999 an der Spitze der Bundesrepublik. Zuvor war der Jurist Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

Bildergalerie: Altbundespräsident Roman Herzog zu Besuch in Pforzheim

Der CDU-Politiker hatte unermüdlich vor Reform-Müdigkeit im Land gewarnt. Herzog machte es sich zur Aufgabe, gegen Blockaden in Politik und Gesellschaft anzugehen. Besonders in Erinnerung blieb seine Rede von 1997 mit dem zentralen Satz: «Durch Deutschland muss ein Ruck gehen».

[Mehr über die Spuren, die Roman Herzog in Pforzheim und der Region hinterließ, lesen Sie hier]

[Hier gelangen Sie zu Herzogs berühmter Ruck-Rede - im Original-Wortlaut]

Er setzte sich auch kritisch mit den Bürgern auseinander. «Das Volk bewegt sich nicht», sagte er im Frühjahr 2008 der «Bild»-Zeitung. Es gebe zwar eine gewisse Bereitschaft zu Reformen, «aber es bräuchte politische Führung, echtes Charisma, um sie zu mobilisieren».

Seine politische Karriere hatte das CDU-Mitglied als Bildungs- und als Innenminister in Baden-Württemberg begonnen. Nach seinem Verzicht auf eine zweite Amtszeit als Bundespräsident saß er in verschiedenen Kommissionen. Dazu gehörte der Konvent für Deutschland, ein Expertengremium, das sich unter anderem mit den Themen Föderalismusreform und Finanzverfassung beschäftigte.

Herzog lebte zuletzt auf der Götzenburg in Jagsthausen bei Heilbronn, wo seine zweite Frau Alexandra Freifrau von Berlichingen zuhause ist. Christiane Herzog, die sich nicht nur während der Amtszeit ihres Mannes im sozialen Bereich engagierte, war im Juni 2000 gestorben.

2002 besuchte Roman Herzog die Goldstadt. Unter anderem besuchte der Altbundespräsident das Schmuckmuseum. Anschließend trug er sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Das freute nicht nur die ehemalige Oberbürgermeisterin Christel Augenstein.