nach oben
Am Dreikönigstag beginnt die närrische Saison.
Am Dreikönigstag beginnt die närrische Saison.
04.01.2012

Am Dreikönigstag beginnt die närrische Saison

Villingen-Schwenningen. Sie tauchen ihre Füße in eiskaltes Brunnenwasser, schütteln ihre 18 Kilogramm schweren Kostümglocken oder entstauben Tracht und Maske mit einem Wedel: Für die Narren im Südwesten fällt am Dreikönigstag der Startschuss. Dann beginnt das närrische Treiben und die «Hästräger» stimmen sich auf unterschiedliche Weise auf die bevorstehende schwäbisch-alemannische Fastnacht ein.

Am 6. Januar werden die bunten Kostüme («Häs», «Hemdle» oder «Kleidle») und die geschnitzten Holzmasken («Larve» oder «Scheme») symbolisch vom Staub des vergangenen Jahres befreit. Zudem dürfen die Narren ihr Faschingskostüm am Dreikönigstag erstmals öffentlich anziehen. Auch der sogenannte Laufbändel, die närrische «Eintrittskarte» zur Teilnahme bei den Fastnachtsumzügen, wird an die Kostümierten verteilt.

Rund 100 000 Teilnehmer aus über 2000 Zünften und Vereinen werden nach Angaben der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte(VSAN) im ganzen Land an den Faschingsbräuchen teilnehmen.

Diese unterscheiden sich je nach Zunft und Region, werden aber jedes Jahr auf die gleiche Weise gefeiert. In Oberschwaben und der Bodenseeregion – etwa in Bad Saulgau und Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) oder Markdorf und Meersburg (Bodenseekreis) - startet die «Fünfte Jahreszeit» mit dem obligatorischen Ausrufen der Fastnacht oder dem sogenannten Einschnellen, dem Schwingen und Knallen von Peitschen («Karbatschen»). In Stockach (Kreis Konstanz)wird bekanntgegeben, welcher prominente Politiker sich in diesem Jahr vor dem Narrengericht verantworten muss.

Auch in den Hochburgen des Schwarzwalds ziehen die Narren durch

Neben dem bunten Treiben nutzen viele Zünfte die Saalfeiern, Dreikönigssitzungen und öffentlichen Versammlungen, um gemeinsam die letzten organisatorischen Details zu klären - bevor es überall bei den Narrentreffen in der Hochphase im Februar wieder heißt: «’S goht dagega» (es geht dagegen). dpa