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Ein Polizist steht mit seiner Waffe in Esslingen auf einem Zufahrtsweg zur Friedrich-Ebert Schule. Ein bewaffneter Mann hatte zuvor einen Amokalarm verursacht. © dpa
17.07.2017

Amokalarm an Berufsschule: Verdächtiger flüchtig

Esslingen. Stunden nach dem Amokalarm an einer Esslinger Schule patrouillieren an der nahegelegenen S-Bahn-Haltestelle noch einige bewaffnete Polizisten. Vor der Schule in dem beschaulichen Esslinger Stadtteil Zell steht eine Streife mit zwei Polizeibeamten. Ermittler sind in Hab-Acht-Stellung und halten Ausschau nach einem unbekannten bewaffneten Mann, von dem sie nur eine vage Beschreibung haben.

Bildergalerie: Amokalarm an Esslinger Schule

Die Gegend rund um das betroffene Berufsschulzentrum erwacht am Nachmittag wieder zum Leben. Die Schule jedoch ist menschenleer, alle Schüler wurden nach Hause geschickt. 

Die Schulleitung hatte den Amok-Alarm am Montag gegen 10.30 Uhr ausgelöst, nachdem mehrere Schüler von einem Mann berichteten, der in die Schule gelaufen sein soll. Er habe die Schüler angesprochen und etwas gefragt, was diese aber nicht verstanden. Als der Mann in Richtung Schulgebäude ging, soll er eine Schusswaffe im Hosenbund getragen haben. Kurze Zeit später habe er das Gelände verlassen und sei möglicherweise mit einem Motorrad weggefahren. Sofort rücken schwer bewaffnete Polizisten und Rettungskräfte aus. 

Am Nachmittag beruhigt sich die Lage nach der ersten Aufregung wieder. Henning Griesshaber (51), der in derselben Straße einen Werkzeughandel führt, öffnete sein Geschäft deshalb wieder. Als die Straße um die Schule am Morgen von der Polizei abgeriegelt worden war, habe er sich mit seinen Mitarbeitern eingeschlossen. Über das Internet habe er sich dann über die Geschehnisse draußen auf dem Laufenden gehalten. 

In der Zwischenzeit hatten die Ermittler einen Mann wieder freigelassen, den sie anfangs verdächtigten. Während die Schule von den Polizisten durchsucht wurde, konnten die Schüler Eltern und Freunden per Handy mitteilen, dass sie in Sicherheit seien.

Seit 2009 bei einem Amoklauf an einer Realschule in Winnenden 14 Menschen ums Leben gekommen sind, haben die Schulen in Baden-Württemberg ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft und einen Krisenplan für den Ernstfall entworfen. Wie eine Mitarbeiterin der Schule mitteilte, wurde in allen Räumen und Toiletten Alarm ausgelöst. „Das ist alles sehr geordnet abgelaufen. Es gab gar kein Chaos“, sagte sie.

Die Suche nach dem bewaffneten Mann dauert am Abend an. Die Polizei sucht nun nach einem Mann, den sie so beschreibt: «Männlich, ca. 180 cm groß, schlank, rotes T-Shirt, blaue Jeans, umgedrehte Camo-Käppi, 3-Tage Bart, Lesebrille, dunkler Teint», schrieb die Polizei bei Twitter. Der Verdächtige flüchtete demnach wohl mit einem Motorrad.