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Noch boomt die Wirtschaft in Baden-Württemberg, aber es dürfte bald etwas langsamer vorangehen.
Noch boomt die Wirtschaft in Baden-Württemberg, aber es dürfte bald etwas langsamer vorangehen. © dpa
29.10.2011

Anfang vom Ende der Hochkunjunktur im Südwesten

Stuttgart. Das Wirtschaftswachstum in Baden-Württemberg wird aus Sicht des Statistischen Landesamtes zum Jahresende spürbar einknicken. Zwar dürfte im dritten Quartal «noch der Rückenwind des starken ersten Halbjahres wirksam sein», sagte Landesamtspräsidentin Carmina Brenner in einer Mitteilung.

So rechneten die Experten damit, dass das Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Vierteljahr im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent zulegt. Doch schon in den letzten drei Monaten des Jahres sei nur noch mit einem Wachstum von deutlich unter einem Prozent zu rechnen, die Statistiker gehen aktuell von 0,75 Prozent aus.

Zur Veranschaulichung: Die jeweiligen BIP-Quartalssteigerungen würden dann im Vergleich zu 2010 von 7,2 Prozent Wachstum zum Jahresanfang über 4,1 Prozent im zweiten Viertel auf 2,5 und 0,75 Prozent in der zweiten Jahreshälfte hinabrauschen. Für das gesamte Jahr 2011 würde diese Zahlenreihe rund 4 Prozent BIP-Plus ergeben.

Den Statistikern liegen die abschließenden Werte immer erst mit etlichen Wochen Verzögerung vor. Erste Anzeichen für das Ende der Hochkonjunktur gebe es bereits, zum Beispiel in den Auftragsbüchern der Industrie. Nach wie sei zwar in den Sommermonaten ein deutliches Plus zu verzeichnen gewesen - jedoch dürfte das Niveau der Order aus dem Inland seinen Höhepunkt bereits erreicht haben, hieß es.

Bei der Arbeitsplatzsituation geben die Fachleute noch Entwarnung, da die Zahl der Jobs mit Verzögerung auf den Konjunkturboom reagiert. Und auch bei der zuletzt bedrohlich hohen Inflationsrate von teils weit über 2 Prozent beruhigen sie: Bei dem Preistreiber Nummer eins, den Energiekosten, sei «mit einer Entspannung zu rechnen». dpa