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Angeklagte gesteht Brandstiftung in Asylunterkunft

Ulm (dpa) - Vor dem Landgericht Ulm hat eine Frau gestanden, in einer Asylbewerberunterkunft und bei einem türkischen Lebensmittelgeschäft Feuer gelegt zu haben. Sie habe in betrunkenem Zustand «Menschen Angst machen» wollen, erklärte die Angeklagte am Freitag. Sie sei «kein Nazi».

Nach Überzeugung des Staatsanwalts Patrick Bader legte die 33-Jährige die Brände im September 2018 aus fremdenfeindlichen Motiven. Sie habe den möglichen Tod von mehr als 30 Menschen billigend in Kauf genommen. Anklagt ist die Frau wegen versuchten Mordes, versuchter Brandstiftung mit Todesfolge und schwerer Brandstiftung. Verletzt wurde bei den Anschlägen niemand.

Die Angeklagte soll in Geislingen an der Steige vor einem türkischen Geschäft Abfallsäcke angezündet haben. Das Feuer wurde von Passanten erstickt. Einige Tage später soll sie die Holztür einer Asylbewerberunterkunft in Bad Überkingen angesteckt haben. Die Flammen seien von selbst erloschen. In beiden Fällen habe die Angeklagte Grillanzünder benutzt.

Die laut Ermittlungsakten alkoholkranke Angeklagte sagte, sie habe vor allem aus Frust über eine gescheiterte Beziehung gehandelt. Zugleich berichtete die Deutsche von einer Abneigung gegenüber Muslimen. Als Transsexuelle sei sie von muslimischen Männern verhöhnt und beschimpft worden. Die mit männlichem Geschlecht geborene Angeklagte hatte sich nach einer Hormonbehandlung amtlich als Frau einstufen lassen.