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16.01.2012

Angeklagte leugnen Brandanschlag auf Migranten

Stuttgart. Nach einem Brandanschlag auf Migranten in Winterbach (Rems-Murr-Kreis) haben die beiden mutmaßlichen Haupttäter den Vorwurf des versuchten Mordes zurückgewiesen. Vor dem Landgericht Stuttgart beteuerten die 21 und 22 Jahre alten Männer am Montag, sie seien zum Tatzeitpunkt nicht vor Ort gewesen. Im Zuge der Ermittlungen wurde auch die Wohnung einer damals 26-jährigen Pforzheimerin durchsucht. Ihr Mobiltelefon und ihr Computer wurden beschlagnahmt. Sie wurde damals als Zeugin des Tatgeschehens vernommen.

Laut Anklage hatten sie am 10. April 2011 ein Gartenhaus angezündet, in das zuvor mehrere Männer geflohen waren. Die Hütte brannte nieder; die fünf Migranten erlitten Rauchvergiftungen. Die Staatsanwaltschaft sieht einen ausländerfeindlichen Hintergrund.

Die Angeklagten waren Gäste einer Geburtstagsfeier im Grünen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die rund 70 Feiernden vorwiegend «der rechten Szene zuzuordnen» waren. 10 bis 20 Gäste, darunter die beiden Männer, sollen später in der Nacht auf dem Nachbargrundstück sechs junge Ausländer beleidigt und angegriffen haben. Fünf Migranten flüchteten in eine Gartenhütte. Einer der Angeklagten soll die Hütte mit einem brennenden Ast in Brand gesteckt haben, während der andere neben ihm stand. dpa