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Knapp 30 Jahrze nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Italienerin steht ein Mann wegen Mordes vor dem Gericht. Er hatte sich selbst der Polizei gestellt.
Knapp 30 Jahrze nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Italienerin steht ein Mann wegen Mordes vor dem Gericht. Er hatte sich selbst der Polizei gestellt. © dpa
12.10.2015

Angeklagter im Hardtwald-Mord laut Gutachter entwicklungsgestört

Karlsruhe. Im Mordprozess um eine vor fast 30 Jahren getötete Italienerin hat ein Gutachter dem Angeklagten eine deutliche Entwicklungsstörung und erhebliche Unreife zum Tatzeitpunkt bescheinigt. «Seine emotionale, soziale und geistige Entwicklung war keinesfalls altersgemäß ausgestaltet, seine Steuerungsfähigkeit vermindert», sagte der Experte am Montag vor dem Landgericht Karlsruhe.

Dem 48 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, Antonella B. am 21. Juni 1987 in einem Karlsruher Waldstück vom Fahrrad gerissen und erwürgt zu haben (Az.: 7 KLs 301 Js 6136/15 Hw.). Der Mann, der im Wesentlichen gestanden hat, war 20 Jahre alt, als er die Frau tötete. Von dem psychiatrischen Gutachten hängt entscheidend ab, ob für ihn noch das Jugendstrafrecht angewandt wird. Ein Urteil wird für diesen Freitag erwartet.

Spaziergänger hatten die Leiche der 25-Jährigen einen Tag nach ihrem Tod gefunden. Laut Obduktion war die Eisverkäuferin sexuell missbraucht und stranguliert worden. Der als «Hartwald-Mord» bekanntgewordene Fall hatte großes Aufsehen erregt und konnte nie aufgeklärt werden - bis sich der Mann im Februar selbst den Basler Behörden stellte. Er war nur Tage nach der Tat in die Schweiz ausgewandert und stand nie im Verdacht der Ermittler.