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18.03.2015

Anklage fordert Haft für Ex-KSC-Profi Glesius

Karlsruhe. Weil er die Unfallkasse Baden-Württemberg um fast 134 000 Euro gebracht haben soll, will die Staatsanwaltschaft den ehemaligen Fußballprofi Arno Glesius ins Gefängnis schicken. Die Anklage forderte am Mittwoch für den 49-Jährigen eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. «Er hat es verdient, noch einmal eine Chance zu bekommen», sagte der Anwalt des Angeklagten.

Der geständige Glesius steht mit zwei Mitangeklagten wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs vor dem Amtsgericht. Der Ex-Stürmer des Karlsruher SC war bei der Unfallkasse als Sachbearbeiter für die Bestellung von Büromaterial zuständig. Das Gericht will noch an diesem Mittwoch (gegen 15.30 Uhr) sein Urteil sprechen.

«Ich bereue die Tat», sagte Glesius am Ende der Plädoyers. Die Betrügereien - fingierte Rechnungen - waren im April 2012 aufgeflogen. «Ich war in Geldnot», hatte Glesius beim Prozessauftakt am 3. Februar gesagt.

Sein Verteidiger führte an, der frühere Hauptschüler und spätere Fußballer Glesius sei mit seinem VIP-Status überfordert gewesen. «Er konnte mit dieser Situation nicht umgehen.» Auch habe er ein Jahrzehnt bei der Unfallkasse gearbeitet, bevor er wie ein «Esel auf's Glatteis» gegangen und umgefallen sei. Glesius habe inzwischen seine Frau (durch Scheidung) und sein Haus verloren, sei hoch verschuldet und leide wie seine Familie unter den Schlagzeilen.

Aus Sicht der Mitangeklagten hat Glesius sie als «Werkzeug» für seine Betrügereien benutzt. Als Grund, warum er die betrügerischen Geschäfte half zu verschleiern, führte der Verteidiger des einen Angeklagten an, sein Mandant habe es mit dem Vize-KSC-Chef und «Vorbild für viele Menschen» zu tun gehabt.

Die Unfallkasse ist die Versicherung für alle Beschäftigten des Land und der Kommunen im Südwesten. Glesius stürmte von 1986 bis 1992 für den KSC und erzielte damals 35 Tore. Danach stand er noch bis 1995 beim 1. FC Saarbrücken und bei Mainz 05 unter Vertrag; 2009/10 war er kurzzeitig KSC-Vizepräsident.