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Eine Streifenwagenbesatzung schaut sich vor einer im Bau befindlichen Flüchtlingsunterkunft in Schwäbisch Gmünd, in der es schon gebrannt hat, nach Verdächtigen um. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Feuer gelegt wurde. Das Gebäude sollte im Frühjahr fertiggestellt werden und bis zu 120 Flüchtlinge beherbergen.
Eine Streifenwagenbesatzung schaut sich vor einer im Bau befindlichen Flüchtlingsunterkunft in Schwäbisch Gmünd, in der es schon gebrannt hat, nach Verdächtigen um. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Feuer gelegt wurde. Das Gebäude sollte im Frühjahr fertiggestellt werden und bis zu 120 Flüchtlinge beherbergen. © dpa
04.02.2016

Anschläge auf Asylheime: Mehr Sicherheitsdienste und Friedenswächter

Wegen des Brandanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft in Schwäbisch Gmünd verschärft die zuständige Landkreisverwaltung die Sicherheitsvorkehrungen auch in anderen Heimen. Sämtliche größeren Unterkünfte im Kreis sollen von privaten Sicherheitsdiensten regelmäßig kontrolliert werden, wie das Landratsamt am Donnerstag mitteilte. Außerdem würden Bewegungsmelder installiert.

«Um die Maßnahmen nicht von vornherein auszuhebeln, wollen wir aber naturgemäß keine weiteren Details zu den einzelnen Unterkünften preisgeben», betonte Landrat Klaus Pavel.

Am ersten Weihnachtsfeiertag hatten Unbekannte die geplante Unterkunft in Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis in Brand gesetzt. Verletzt wurde niemand. Die aus Holz gebaute Unterkunft soll vom Frühjahr an bis zu 120 Flüchtlingen Platz bieten. Die Suche der Polizei nach den Brandstiftern läuft weiter. «Wir haben keine konkreten täterbezogenen Hinweise erhalten», sagte ein Sprecher am Donnerstag. Landesweit mehren sich seit Monaten Brandanschläge auf Flüchtlingsheime.

Nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung sollen zudem ehrenamtliche Friedenswächter die Straßen von Schwäbisch Gmünd bald sicherer machen - oder zumindest das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhöhen. «Wir haben reagiert nach Köln», erklärte Stadtsprecher Markus Herrmann. Ehrenamtliche sollen künftig bei größeren Veranstaltungen Präsenz zeigen und Ansprechpartner vor Ort sein. «Die Idee kommt aus dem frankophonen Raum, aus Belgien und Frankreich.» Die Friedenswächter seien aber weder Bürgerwehr noch Sicherheitsdienst. «Sie sind angesiedelt unter der Ebene der Ordner.» Man könne sie bei Schwierigkeiten oder Anliegen ansprechen.

«Es ist ein positiver Umstand, wenn die Kommune hinter der Aktion steht», sagte ein Sprecher der Aalener Polizei. «Bürgerschaftliches Engagement im richtigen Rahmen wollen wir ja, wenn sich Leute einbringen. Davon zu unterscheiden sind sogenannte Bürgerwehren.»