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Alexander Gerst präsentiert am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) seine Ehrendoktorwürde. Foto: dpa
Alexander Gerst präsentiert am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) seine Ehrendoktorwürde. Foto: dpa
13.07.2019

Astronaut Alexander Gerst nun ein Ehrendoktor aus dem All

Karlsruhe. Schmelzende Gletscher, verdorrte Felder oder Riesen-Taifune – aus dem Weltall lässt sich beobachten, wie zerbrechlich die Erde ist, weiß Astronaut Alexander Gerst (43). Er wünscht sich, dass jeder Mensch einmal in den Weltraum reisen und so einen Blick von außen auf die Erde werfen könnte. „Man macht sich anders Gedanken über das Alltagsleben, wenn man das mal von oben gesehen hat“, sagte Gerst gestern bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Der gebürtige Künzelsauer war der erste deutsche Kommandant der Internationalen Raumstation ISS. Seit seiner Rückkehr im vergangenen Dezember ist er der Deutsche mit der längsten Weltraumpraxis: 166 Tage verbrachte er 2014 im All und 197 weitere im vergangenen Jahr. Der große und durchtrainierte Esa-Astronaut – genannt „Astro-Alex“ – ist eine Art Superstar der europäischen Raumfahrt. Wie wohl kein ISS-Mitglied zuvor ließ er die Welt an seinen Weltraum-Abenteuern über Social-Media-Botschaften und Fotos teilhaben.

Nah heran führte „Astro-Alex“ auch die rund 700 Zuhörer im Audimax des KIT: In einem launigen, von viel Beifall begleiteten Vortrag mit beeindruckenden Bildern aus Weltraum und Raumstation warb er im blauen Trainingsanzug der Astronauten auch um Nachwuchs bei den Studenten. „Astro-Alex“ Superstar? Ach was. Was er schaffte, können auch andere, betonte er immer wieder. Auch Frauen. Sie müssten sich nur trauen.

Gerst wollte schon als Kind Astronaut werden. 2009 machte die europäische Raumfahrtagentur Esa seinen Traum wahr und wählte ihn nach einer Reihe „sauschwerer“ Tests aus anfangs mehr als 8400 Bewerbern aus.

Gerst hatte 2003 sein Diplom in Geophysik an der Universität Karlsruhe gemacht, dem Vorläufer des KIT. Für KIT-Präsident Holger Hanselka ist er ein Vorbild für Studenten und Nachwuchswissenschaftler, aber auch für alle anderen, wenn es darum gehe, über Grenzen hinweg zu denken und Lösungen für drängende Zukunftsfragen zu entwickeln.