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Der Anfang vom Atomausstieg ist das Ende für den stillgelegten Block I a in Neckarwestheim. © dpa
28.06.2012

Atomausstieg: Abriss der Kühltürme in Neckarwestheim

Vom Riesen-Ventilator zur Turmwand: In Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) haben Bagger und Kräne am Donnerstag die Kühltürme des stillgelegten Block I abgerissen. Es ist das erste sichtbare Zeichen des Atomausstiegs in Baden-Württemberg. Als nächstes sollen die Kühltürme des Meilers Philippsburg I (Kreis Karlsruhe) demontiert werden. Konkrete Abrisspläne stehen dort noch aus.

Bildergalerie: Atomausstieg: Abriss von Neckarwestheim I

Die älteren Meiler in Philippsburg und Neckarwestheim waren im vergangenen Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima stillgelegt worden. Mit Obrigheim sind so drei der fünf Atommeiler im Südwesten vom Netz.

Die Türme von Neckarwestheim I gehören zur konventionellen Kühlwasseranlage und haben keine Verbindung zu den nuklearen Kreisläufen. Sie stehen außerhalb des eigentlichen Kraftwerksgeländes. Die beiden 186,5 Meter langen Kühlturmreihen wurden 1976 in Betrieb genommen. Sie werden in Einzelteile zerlegt. Der Großteil des Bauschutts - vor allem Beton, Holz und Stahl - soll mit dem Schiff über den Neckar abtransportiert werden. Der Energiekonzerns EnBW geht davon aus, dass die Arbeiten im Herbst abgeschlossen sind.Auf dem Gelände in Neckarwestheim entsteht dann eine freie Fläche von 25 000 Quadratmetern, die für den späteren Abriss des Meilers benötigt wird. Die Genehmigungsverfahren für dessen Bauteile dürften sich dagegen noch einige Zeit hinziehen.

Die jüngeren Blöcke der Atomkraftwerke Philippsburg II und Neckarwestheim II sollen noch bis 2019 und 2022 laufen. Bis alle Südwest-Meiler abgerissen sind, dürften noch Jahrzehnte ins Land gehen. Der Rückbau stillgelegter Atommeiler wird für den Karlsruher Energiekonzern EnBW nicht nur langwierig, sondern auch teuer: Der drittgrößte deutsche Stromkonzern hat für seine fünf Kernkraftwerke knapp 6,6 Milliarden Euro zurückgestellt. dpa