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Rund um das Bundesverfassungsgericht war Karlsruhe für fast zwei Stunden lang eine total verkehrsberuhigte Zone. Polizisten hatten wegen eines verdächtigen Gegenstands Straßensperren errichtet.
Rund um das Bundesverfassungsgericht war Karlsruhe für fast zwei Stunden lang eine total verkehrsberuhigte Zone. Polizisten hatten wegen eines verdächtigen Gegenstands Straßensperren errichtet. © Wertz
21.02.2014

Aufregung und Straßensperren: Herrenloser Koffer hält Karlsruher in Atem

Karlsruhe. Blaulicht überall, zahlreiche Beamte in Uniform, SEK-Einheiten und ein Verkehrschaos zur abendlichen Rush-Hour: Mitten in Karlsruhe rund um das Bundesverfassungsgericht ging von 16.35 Uhr an nicht viel voran. Ein verdächtiger Gegenstand gegenüber dem Amtsgericht und nur 50 Meter vom Bundesverfassungsgericht entfernt hatte eine Reihe von Standardmaßnahmen in Gang gesetzt, zu denen großräumige Straßensperren zählten. Ein Stuttgarter Bombenexperte konnte schließlich mit einem Röntgengerät der Bedrohung auf den Grund gehen.

Anfangs war nicht klar, ob es sich um eine Bombendrohung handelte. Schnell machten Gerüchte über den großen Polizeieinsatz die Runde. Aber auch wenn es nur ein harmloser, vergessener Gegenstand ist, von dem keinerlei Gefahr ausgeht, zwingt die Nähe des Bundesverfassungsgerichts die Polizei zu besonderen Aktionen. Und so wurde eben das große Programm gestartet.

Ein Passant hatte den Koffer entdeckt und seinen Fund der Bundespolizei beim Bundesverfassungsgericht gemeldet, die ihrerseits das Polizeipräsidium Karlsruhe verständigten. Dort alarmierte man den Entschärferdiesnt des Landeskriminalamtes. Nach Momenten der großen Aufregung und der langen Staus auf den Umleitungsstrecken konnte die Polizei um 18.45 Uhr Entwarnung geben. Ein so genannter Delaborierer aus Stuttgart hatte sich in voller Schutzmontur dem Gegenstand genähert und mit einem Röntgengerät zuerst für Durch- und dann für Erleuchtung gesorgt. Der herrenlose Koffer war leer. Kein Sprengstoff, kein Zünder, keine giftigen Chemikalien, kein mit Bakterien verseuchtes Pulver - einfach nur ein herrenloser, leerer Kofffer.

Der Stress für die Polizeibeamten - insgesamt waren über zwei Dutzend Beamte des Polizeipräsidiums und der Bundespolizei im Einsatz - konnte danach ab fallen. Der Stress für die umgeleiteten Autofahrer im Feierabendverkehr ging jedoch noch eine Weile weiter.