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02.10.2014

Ausgerissener Geißbock demoliert Autos

Stuttgart/Ludwigsburg. Mit voller Wucht hat ein Geißbock in Zell im Wiesental bei Lörrach zahlreiche Autos attackiert. Auf einer Straße kam der Ausreißer am Mittwochabend zunächst einem Autofahrer entgegen, bäumte sich auf und warf sich mit ganzer Kraft gegen die Motorhaube, berichtete die Polizei am Donnerstag. Der Fahrer blieb vorsichtshalber in seinem Fahrzeug.

Wenige Tage zuvor kam es ebenfalls zu einem gefährlichen Unfall mit einem Tier: In der Nacht zum Samstag tötete ein Schafbock auf einer Wiese in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) einen 80-Jährigen beim Nüsse sammeln.

Doch warum reagieren die Böcke gerade jetzt so aggressiv? Das sei durchaus üblich, sagt die Landesbeauftragte für Tierschutz, Cornelie Jäger: «Ich glaube nicht, dass das Verhalten saisonal bedingt ist. Es könnte sich um ein Missverständnis der Kommunikation zwischen Schaf und Mensch handeln». Das 80-jährige Opfer, der in seinem Grundstück Nüsse sammeln wollte, könnte das Tier unbewusst zu einem Rangkampf herausgefordert haben.

Der Senior war am vergangenen Freitag über den Zaun seines Grundstückes gestiegen, das er an einen Schafbesitzer verpachtet hatte, um Nüsse aufzusammeln. Nach dem ersten Angriff des Tieres stürzte der Mann. Beim Versuch sich wieder aufzurichten, wurde er immer wieder von dem Bock gerammt. Eine Spaziergängerin sah den Vorfall und holte Hilfe. Der Schafsbock habe den Mann möglicherweise als Konkurrenten oder als Bedrohung für ihn und seine Herde betrachtet und sei seinem tierischen Instinkt nachgegangen, sagte Jäger.

Etwas Ähnliches könnte auch bei dem Ziegenbock den Reflex zum Angriff ausgelöst zu haben, sagte Jäger. Ein Geruch oder auch das Spiegelbild des Tieres im Fahrzeug könne bereits gereicht haben, um ein territoriales Verhalten auszulösen. «Ein Tier das so unter Strom steht, braucht Stunden bis es wieder runterkommt», erklärt auch der Geschäftsteilleiter Tierhaltung vom Landratsamt Ludwigsburg, Martin Walter, den Angriff des Ziegenbockes. Weil man die Tiere, besonders als Laie nicht einschätzen könne, sei es grundsätzlich auch verboten umzäunte Weiden zu betreten.

Der Schafsbock ist nun auf dem Weg zum Schlachter. Was mit dem Ziegenbock passiert, war noch unklar.