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150 Menschen aus einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe müssen geimpft werden, weil dort ein Asylsuchender an Masern erkrankt ist.
150 Menschen aus einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe müssen geimpft werden, weil dort ein Asylsuchender an Masern erkrankt ist. © dpa
23.09.2014

Außenstelle für Flüchtlinge wegen Masern geschlossen - Impfung für 150 Menschen

Karlsruhe. Eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe ist wegen einer Masern-Erkrankung geschlossen worden. Wie das Regierungspräsidium in Karlsruhe am Montagabend mitteilte, erkrankte ein Asylsuchender in einer Notunterkunft auf dem Gelände einer Außenstelle. Dort seien insgesamt rund 150 Menschen untergebracht. Sie sollen nun geimpft werden.

Die Außenstelle der Landeserstaufnahmeeinrichtung werde vorübergehend geschlossen, berichtete die Behörde. Im Juli war nach einer Masern-Infektion in der zentralen Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) die Karlsruher Einrichtung geschlossen worden. Alle Flüchtlinge, die in Baden-Württemberg neu ankommen, werden zunächst in der LEA untergebracht. Angesichts der wachsenden Zahl Asylsuchender und großer Platzprobleme sollen neue Einrichtungen geschaffen werden.

Masern sind eine durch Viren übertragene, hoch ansteckende Infektionskrankheit, die zu roten Hautflecken und Fieber führt. In manchen Fällen können lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auftreten. Ärzte empfehlen, Kinder ab dem zwölften Lebensmonat impfen zu lassen, um der Erkrankung und den Komplikationen vorzubeugen.

Von Masern sind vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. Auffällig: Jüngste Masern-Epidemien haben in Deutschland (2013 im Rhein-Erft-Kreis) und in der Schweiz (2009, 2010/11) Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen betroffen. Im Rhein-Erft-Kreis, wo die Impfquote unter den Waldorfschülern nur 25 Prozent betrug, musste die Schule für sechs Tage geschlossen werden. Drei Patienten kamen ins Krankenhaus.

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