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Drohnen können als Spielerei eingesetzt werden oder aber als tödliche Waffe im Krieg. Diese Ambivalenz wirft nicht nur rechtliche, sondern auch ethische Fragen auf - denen Künstler im Zeppelin Museum am Bodensee nachspüren wollen.

Ausstellung zeigt Drohnen zwischen Spielzeug und Kriegstechnologie

Friedrichshafen. Rund 1,2 Millionen Drohnen sollen nach Schätzungen im Jahr 2020 allein in Deutschland unterwegs sein. Wie ambivalent ihre Nutzung bereits jetzt schon ist, zeigt das Zeppelin Museum in Friedrichshafen am Bodensee in einer neuen Ausstellung, die am Freitag eröffnet wird.

Drohnen würden zur Überwachung, in der Landwirtschaft oder schlicht als Spielzeug eingesetzt, sagte die Direktorin des Museums, Claudia Emmert, bei der Vorstellung des Schau-Konzeptes am Dienstag. In Kombination mit künstlicher Intelligenz gälten sie jedoch als wichtigste Kriegstechnologie seit der Erfindung der Atombombe.

Diese Gegensätze spiegeln sich auch in den Exponaten der Ausstellung wider: Neben Aufklärungsdrohnen etwa von der Bundeswehr werden in der Schau unter dem Titel "Game of Drones" zum Beispiel Fluggeräte gezeigt, die bei der Vermessung von großen Bauwerken, in der Fotografie oder eben als private Spielerei eingesetzt werden können. Das Museum selbst nutzt ebenfalls eine eigene Drohne mit dem Namen «Claire», die als Exponat nicht nur Teil der Ausstellung ist, sondern die Mitarbeiter etwa bei Videoaufnahmen unterstützt.

Neben der technischen Entwicklung und Nutzung der Drohnen setzt sich das Museum auch gesellschaftlich und künstlerisch mit dem Phänomen auseinander. So zeigt etwa der chilenische Künstler Ignacio Acosta eine Videodokumentation über das skandinavische indigene Volk der Sami, das auch mithilfe von Drohnen gegen ein Bergbauprojekt in Schweden protestierte. Der Amerikaner Adam Harvey hat dagegen Kleidung entwickelt, die dank spezieller Materialien von Überwachungsdrohnen etwa mit Wärmebildkamera nicht erkannt werden soll.