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Einen ersten Fahndungserfolg kann die Polizei vorweisen. Das Auto der entführten Bankiersfrau wurde gefunden. Von der Frau selbst aber gibt es bislang kein Lebenszeichen. © dpa
15.05.2010

Auto der entführten Frau gefunden - Hohe Belohnung

HEIDENHEIM. Bei der Suche nach der entführten Heidenheimer Bankiersfrau verzeichnet die Polizei erste Erfolge: Das Auto der 54- Jährigen wurde am Freitagabend von Besuchern im Hof des Klosters Neresheim im Ostalbkreis - rund 20 Kilometer vom Entführungsort entfernt - erkannt. Das teilte die Polizei am Samstag mit. Der Wagen wurde kriminaltechnisch untersucht. Am Nachmittag sicherten Experten in der Polizeidirektion Aalen mit Wattestäbchen Fingerabdrücke und sonstige Spuren am Wagen.

Bildergalerie: Bankiersfrau entführt

Außerdem wurde das Handy der Mutter zweier erwachsener Kinder nahe dem Ort der gescheiterten Lösegeldübergabe an der Autobahn 7 zwischen Heidenheim und Aalen entdeckt. Von Maria B. fehlt weiter jede Spur. Die Polizei hoffe immer noch, die Frau unversehrt zu finden, hieß es in der Pressemitteilung.

Im Fall der entführten Heidenheimer Bankiersfrau hat die Familie nun für Hinweise, die zur Freilassung der 54-Jährigen führen, eine Belohnung von 50.000 Euro versprochen. Das gaben die Staatsanwaltschaft Ellwangen und die Polizeidirektion Heidenheim am Samstagabend in einer gemeinsamen Erklärung bekannt.

Die Fahnder gehen rund 100 Hinweisen nach. Sie waren am Samstag erneut mit einem Großaufgebot von etwa 400 Beamten aus ganz Baden- Württemberg und 50 Rettungshunden im Einsatz und wollten die Zahl der Beamten im Lauf des Nachmittags noch auf 500 aufstocken. Sie konzentrierten sich auf das Benediktiner-Kloster, ein beliebtes lokales Ausflugsziel, und seine Umgebung sowie auf das Gelände nahe der Autobahn. Dort untersuchten Polizeitaucher auch ein großes Rücklaufbecken und weitere Gewässer. Auch drei Hubschrauber, darunter einer aus Hessen, waren im Einsatz.

Die Gattin des Vorstandschefs der Kreissparkasse Heidenheim war am Mittwoch aus dem Haus der Familie entführt worden. Der Ehemann erhielt am Vormittag einen Erpresseranruf mit einer Geldforderung über 300.000 Euro. Bei dieser Gelegenheit konnte die Frau ihren Mann kurz sprechen und berichtete, sie sei in Lebensgefahr. Die geforderte Summe wurde wie gefordert hinterlegt, aber nicht abgeholt. Die Familie appelliert an die Entführer, sich wieder mit ihr in Verbindung zu setzen: „Bitte geben Sie uns auf dem Weg Ihrer Wahl ein Zeichen!“

Die Tochter und der Sohn des Paares stehen dem Vater bei. Die Familie wird von speziellen Opferbeamten der Polizei betreut.

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