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Wilhelm Dirkmann gibt der Heldentag vom Donnerstag ein Gesicht. Er rettet drei Frauen aus einem brennenden Auto. © pol/privat
19.04.2013

Auto in Flammen: PZ-news spricht mit dem Helden der A8

Wilhelm Dirkmann ist jetzt ein viel gefragter Mann. Das Telefon läuft heiß, zum Arbeiten kommt er kaum. Als PZ-news sich bei ihm meldet, fährt der 45-jährige IT-Fachmann gerade sein Auto in die Werkstatt. Er war es, der am Donnerstag auf der A8 bei Karlsruhe mit einem filmreifen Bremsmanöver drei Frauen aus einem brennenden Auto gerettet und damit wahrscheinlich einen schrecklichen Unfall verhindert hat.

Bildergalerie: Wilhelm Dirkmann: Der Lebensretter von der A8

„Mein Auto hat nur ein paar Kratzer und kleine Dellen abbekommen“, berichtet Dirkmann. Der Werkstattleiter vor Ort schätzt den Schaden an seinem Firmenwagen auf rund 2000 Euro. Doch das scheint dem frisch gebackenen Helden relativ egal zu sein. „Ein Auto kann man ersetzen“, so der 45-Jährige gegenüber PZ-news. Viel wichtiger ist ihm die schnelle Genesung der geretteten Frauen. Mit der Fahrerin stehe er in Kontakt, es gehe ihr den Umständen entsprechend gut. „Der Schock steckt den Damen natürlich noch in den Beinen“, so Dirkmann.

Und das ist leicht nachzuvollziehen, wenn man bedenkt, wie viel Glück die drei Frauen aus Freiburg hatten. Nicht nur das beherzte Eingreifen des Ettlingers verhinderte Schlimmeres, eine gewaltige Portion Glück sei auch dabei gewesen. „Die Frauen stiegen aus dem Auto, konnten gerade noch über die Leitplanke hüpfen und schon stand das Fahrzeug vollständig in Flammen“, erzählt er Dirkmann.

Der Ettlinger ist Berater einer IT-Firma und war kurz vor seiner Heldentat bei einem Kunden in Pforzheim. Von dort aus wollte er wie gewohnt die Autobahn Richtung Ettlingen nehmen. Obwohl ihm das Navigationsgerät wegen einer Baustelle von der A8 abriet und den Weg über die Landstraße empfahl, fuhr er auf die Autobahn auf. Auf dem leicht abschüssigen Wolfartsweierer Hang sah er dann das Fahrzeug, dass er später mit einem spektakulären Bremsmanöver stoppen sollte. „Da wollte jemand, dass ich das Navi ignoriere“, erzählt der 45-Jährige und lacht.

„Das Heck brannte bereits und die Frauen steckten wegen des Rauchs im Innenraum des Wagens die Köpfe aus ihren Fenstern“, erzählt Dirkmann weiter. Er spricht aufgeregt und schnell, aber selbstsicher. „Ich dachte nur: Ich muss das Fahrzeug stoppen, der Fahrtwind füttert die Flammen und macht alles nur noch schlimmer.“

Also setzte er seinen Wagen vor das brennende Auto und bremste es langsam ab. Angst hatte er nach eigenen Aussagen nicht. „Was hätte denn passieren sollen?“, fragt er und wünscht sich mehr Aufklärung von Polizei und Verkehrswacht. „Ein Auto kann nicht explodieren. Es könnten viel mehr Unfälle verhindert werden, wenn Verkehrsteilnehmer wüssten, wie man in solchen Fällen richtig reagiert.“

Wilhelm Dirkmann hat gehandelt, mutig und schnell. An die große Glocke hängen wolle er seine Heldentat eigentlich nicht. Verwandte und Bekannte hat er nicht informiert. Aber den Medien begegnet er offen und seine Botschaft lautet ganz klar: „Helfen kann jeder.“

Die spektakuläre Heldentat des Ettlingers fand auf PZ-news am Donnerstag viel Zuspruch: 657 „Gefällt mir“-Klicks und 83 Kommentare wies die Meldung auf Facebook auf.„Klasse Leistung!“, „Respekt!“ und „Gänsehaut!!“ sind nur einige der Reaktionen auf die filmreife Rettung der drei Frauen.

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