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Bei der Explosion dieses Fahrkartenautomaten in Halle ist im Oktober 2018 ein Mann ums Leben gekommen.

Automatenknacker lassen es "krachen": Großer Schaden, kleine Beute

Karlsruhe. Der Automatenknacker muss sich ganz schön angestrengt haben, doch all seine Muskelkraft reichte nicht aus, um einen Fahrkartenautomaten am Haltepunkt Karlsruhe-Maxau aufzubrechen. Mit etwas mehr Gehirnschmalz an Stelle von Muskelkraft hätte er wohl gar nicht erst mit dem Aufhebeln angefangen, denn glücklich wäre er mit seiner Beute nicht geworden. In zwei anderen Fällen in Renningen und Karlsruhe-Neureut nutzten Automatenknacker die öffnende Wirkung von Explosionen.

Am frühen Mittwochmorgen versuchte der unbekannter Täter in Maxau den Ticketautomaten mit einem Hebelwerkzeug aufzubrechen. Hierbei beschädigte er den Automaten im Bereich der Geldscheinausgabe so sehr, dass das Gerät nicht mehr betriebsbereit war. An die innenliegende Geldkassette gelangte der Unbekannte jedoch nicht.

Im Erfolgsfall hätte der Täter sowieso nur wenig Freude an seiner Beute haben können. Die Geldkassetten sind mit Farbpatronen ausgestattet, welche eine nicht ablösbare Farbe auf die Geldscheine spritzen und diese somit unbrauchbar machen. Hinweise hierzu sind an jedem Fahrkartenautomaten angebracht.

Ein Unbekannter hat in der Nacht zum Donnerstag um 2.45 Uhr im Bereich eines Einkaufszentrums in Renningen einen vor einer dortigen Spielhalle aufgestellten Geldautomaten gesprengt und vollständig zerstört. Der mutmaßliche Täter soll mit einem weißen Jugendrad zum Einkaufszentrum gefahren sein. Aus der Nachbarschaft hatte er dann eine 120-Liter-Mülltonne entwendet, in der er zwei Gasflaschen transportierte. Daraus leitete er ein Gasgemisch in den Automaten und ließ diesen dann explodieren.

Mit einer Geldkassette aus dem zerstörten Automaten flüchtete er zu Fuß. Polizisten fanden die Kassette neben Bahngleisen. Am Geldautomaten und am Gebäude entstand ein Sachschaden von etwa 30.000 Euro.  

Die schnelle Reaktion von Anwohnern des Hagebuttenwegs in Karlsruhe-Neureuter machte am Mittwochabend gegen 19.30 Uhr unbekannten Tätern einen Strich durch die Rechnung. Durch die laute Explosion eines Böllers, den diese zur Sprengung eines Zigarettenautomaten verwendeten, wurden Anwohner an die Fenster und auf die Balkone gelockt. Dieses Aufsehen sorgte wohl dafür, dass ein größerer Diebstahlschaden verhindert wurde.

Die Täter konnten nämlich kein Bargeld aus dem Automaten entnehmen, sondern mussten sich mit wenigen Zigarettenpackungen begnügen. Die Sprengkraft des Böllers reichte nur für eine teilweise Öffnung des Zigarettenautomaten.