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Explosion auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen © dpa
27.10.2016

BASF-Unglück: Ursache vermutlich Schnitt in falsche Rohrleitung

Das tödliche Explosionsunglück bei der BASF ist möglicherweise durch das Anschneiden einer falschen Leitung ausgelöst worden. Am Unglücksort wurde an einer Rohrleitung für brennbare Stoffe ein Schnitt entdeckt, der von einer Trennscheibe herrührt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Der mutmaßliche Verursacher - ein Mitarbeiter einer Fremdfirma - liege schwer verletzt im Krankenhaus und sei nicht vernehmungsfähig, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber. Bei dem Unglück starben drei Menschen, 30 wurden verletzt.

Bildergalerie: Meterhohe Flammen und Explosionen bei BASF in Ludwigshafen

Unterdessen hat auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace in Rheinwasserproben keine deutlich erhöhten Schadstoffkonzentrationen registriert. Die Ergebnisse widersprächen nicht den Messungen von BASF und Feuerwehr, sagte Christiane Huxdorff, Chemie-Expertin der Organisation.

Bei einer internen Feier gedachten am Mittwoch BASF-Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstandes der Opfer des Unglücks. Eine weitere Gedenkfeier ist für Sonntag (30. Oktober) in der Katholischen Kirche St. Martin im Stadtteil Oppau geplant. Organisator sind die beiden großen christlichen Kirchen in der Stadt.

Nach Darstellung der Ermittler hatten zur Unglückszeit Mitarbeiter einer Fremdfirma an einer Nachbarleitung des angeschnittenen Rohres mit einem Winkelschleifer Wartungsarbeiten erledigt. Die angeschnittene Leitung, in der brennbares Raffinat floss, gehörte nicht zum Auftrag. Nach dem Schnitt sei das Material ausgetreten und habe zu brennen begonnen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Ströber. Ob der mutmaßliche Urheber auch für die mit Wartungsarbeiten beauftragte Fremdfirma arbeitet, wollte er nicht sagen.

Die Untersuchungen sollen sich nun auf den Ablauf der Wartungsarbeiten und die davor ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen konzentrieren. Außerdem sollen die Zusammenhänge zwischen dem Schnitt und der Explosion geklärt werden. Dazu müsse das betroffene Leitungsstück herausgetrennt werden, sagte Ströber. Weil das nur unter absolut sicheren Umständen erfolgen solle, könne es bis dahin noch einige Tage dauern.

Ein unabhängiges Labor hatte die Greenpeace-Proben des Wassers auf Stoffe getestet, die bei einer Explosion freigesetzt werden oder die bei der Verbrennung von Chemikalien entstehen. Luftproben hatte Greenpeace im Unterschied zu BASF und Feuerwehr nicht genommen. Nach Darstellung der Stadt bestand für die Menschen in angrenzenden Stadtteilen keine Gefahr. Luftmessungen hätten ergeben, dass der höchste Wert des giftigen und krebserregenden Benzols außerhalb der Unglücksstelle immer unter dem Wert gelegen habe, der für Arbeitsplätze akzeptiert werde.

Das Gedenken im BASF-Feierabendhaus für die Opfer des Unglücks sei auf Wunsch der Werksfeuerwehr intern gehalten worden, sagte eine BASF-Sprecherin. In einer am Mittwoch veröffentlichten Sonderausgabe der Werkszeitung «BASF information» kündigte der BASF-Vorstandschef Kurt Bock eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen und weitere Investitionen dafür an. Der Chef der Grünen-Landtagsfraktion, Bernhard Braun, forderte, BASF müsse Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen auf Gewässer, Böden und Luft schneller offenlegen.

Isis
27.10.2016
BASF-Unglück: Ursache vermutlich Schnitt in falsche Rohrleitung

Warum eigentlich Fremdfirma? Billig? mehr...

Anno nymus
27.10.2016
BASF-Unglück: Ursache vermutlich Schnitt in falsche Rohrleitung

[QUOTE=Isis;259942]Warum eigentlich Fremdfirma? Billig?[/QUOTE]Weil BASF sich eher mit Chemie als Anlagenbau beschäftigt? mehr...