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Baden-Württemberg bringt Flüchtlinge in Zeltlagern unter. Platz für 4000 neue Flüchtlinge.
Baden-Württemberg bringt Flüchtlinge in Zeltlagern unter © dpa
17.09.2014

Baden-Württemberg bringt Flüchtlinge in Zeltlagern unter

Jetzt bringt auch Baden-Württemberg Flüchtlinge in Zelten unter. Wegen des starken Andrangs hat die Unterbringung für die Behörden Priorität. Die Notunterkunft in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal wurde am Mittwoch wieder geschlossen.

Nach der kurzfristigen Einrichtung von Notquartieren kann Baden-Württemberg rund 4000 neu ankommende Flüchtlinge aufnehmen. Diese Zahl nannte am Mittwoch der zuständige Abteilungspräsident im Regierungspräsidium Karlsruhe, Manfred Garhöfer. Während eine provisorische Notunterkunft bei der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal am Mittwoch wieder geschlossen wurde, bauten Helfer auf dem Gelände der ehemaligen Mackensen-Kaserne in Karlsruhe eine erste Zelthalle auf. Dort wurden am Abend die ersten von zunächst 300, später dann 700 Flüchtlingen erwartet.

Der unerwartet starke Andrang von teilweise 500 neu eintreffenden Flüchtlingen am Tag habe zu einem Rückstau bei der Erfassung der Menschen geführt, sagte Garhöfer. Das Personal in seiner Abteilung sei bereits aufgestockt worden. Die Unterbringung der Menschen habe zunächst Vorrang vor der Aufnahme der Asylverfahren.

Bei einem Besuch von Integrationsministerin Bilkay Öney in einem Notquartier in einer ehemaligen US-Kaserne in Heidelberg hatten syrische Flüchtlinge am Montag kritisiert, dass sie dort sinnlos Zeit verbringen müssten, ohne ihr Verfahren voranbringen zu können.

Das geht erst in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Karlsruhe. Dort werden vom Land die nach dem Asylverfahrensgesetz erforderlichen Röntgenuntersuchungen organisiert. Erst danach können die Flüchtlinge mit Mitarbeitern in der Karlsruher Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sprechen und dabei ihren Asylantrag begründen.

Es sei geplant, die Menschen in Heidelberg so schnell wie möglich nach Karlsruhe zu bringen, sagte Garhöfer. Im Anschluss an die meist etwa vierwöchige Zeit in der LEA werden die Asylbewerber dann auf Unterkünfte in den Städten und Landkreisen verteilt.

Die LEA bietet mit ihren neun Außenstellen etwa 2000 Plätze, darunter rund 1100 in der Zentrale in der Durlacher Allee. Weitere 750 Plätze befinden sich in der Außenstelle in Mannheim. Die übrigen Kapazitäten sind jetzt mit Notquartieren neu geschaffen worden, darunter 700 in Zelthallen auf dem Gelände der ehemaligen Mackensen-Kaserne in Karlsruhe und 500 in einer ehemaligen US-Kaserne in Heidelberg. Ein in der vergangenen Woche für 500 Menschen eingerichtetes Notquartier in einer Übungshalle der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) wurde am Mittwoch wieder geschlossen. Die letzten Flüchtlinge seien am Mittag in die LEA nach Karlsruhe gebracht worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehrschule.

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