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Eine Frau ist auf die Fronthaube eines Sonderwagens "SW 4" der Polizei in Hamburg geklettert und wird von Polizisten mit Pfefferspray besprüht. Am Wochenende kommen in der Hansestadt die Regierungschefs der führenden Industrienationen zum G20-Gipfel zusammen. © dpa
07.07.2017

Baden-Württemberg schickt 200 Polizisten zusätzlich nach Hamburg

Stuttgart/Hamburg (dpa/lsw) - Nach den massiven Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel schickt Baden-Württemberg 200 zusätzliche Polizeibeamte nach Hamburg.

Leservideo: Brennende Autos beim G20-Gipfel in Hamburg

«Die Anfrage nach Verstärkung der Hamburger Polizei kam am Freitagmorgen», sagte ein Sprecher von Innenminister Thomas Strobl (CDU). In der Hansestadt sind bereits mehr als 800 Polizisten aus dem Südwesten im Einsatz. 23 von ihnen wurden laut dem Sprecher bei Krawallen verletzt. «Sie bleiben aber erst einmal im Dienst.» Innenminister Strobl verurteilte die Gewalt «linksautonomer Chaoten» in Hamburg.

Bildergalerie: Brennende Autos, besetzte Gleise: Neue Proteste in Hamburg

Zwischen Demonstranten und Polizei hat es gewaltsame Auseinandersetzungen gegeben. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Die Polizei setzte bei der Kundgebung «Welcome to Hell» Wasserwerfer ein, gewalttätige Demonstranten zerschlugen Schaufenster und warfen Flaschen auf die Beamten. In einigen Straßen brannten Barrikaden.

Bildergalerie: «G20 - Welcome to Hell» - Demo in Hamburg

Gewalt sei niemals ein politisches Statement, betonte Strobl. Die Demonstrationsfreiheit sei ein hohes Gut – aber friedlich und im Rahmen der Verfassung. «Wer das Demonstrationsrecht für Gewaltaktionen unterwandert, ist im Kern ein Feind der Demokratie.» Die Polizei arbeite mit großer Umsicht für einen gewaltfreien G20-Gipfel und dafür, dass friedliche Demonstrationen möglich seien. «Umso schlimmer ist daher auch, dass gestern Nacht 23 Polizisten aus Baden-Württemberg verletzt wurden. Mein Dank gilt daher besonders den baden-württembergischen Polizisten, die noch bis Sonntag die Hamburger Kollegen unterstützen.»