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Badische Jugendliche dicker als junge Leute im Elsass.
Badische Jugendliche dicker als junge Leute im Elsass © dpa
24.10.2012

Badische Jugendliche dicker als junge Leute im Elsass

Karlsruhe (dpa/lsw) - Jugendliche im Dreiländereck Baden, Elsass und der Nordschweiz zeigen laut einer Studie deutliche Unterschiede bei Ernährung und Drogenkonsum. So ist der Anteil von Übergewichtigen in Baden (17 Prozent) höher als in den Nachbarländern (etwa 12 Prozent). Das geht aus ersten Ergebnissen einer am Dienstag vorgestellten Untersuchung hervor, die von der Oberrheinkonferenz in Auftrag gegeben wurde.

Beim Drogenkonsum führen die Schweizer Jugendlichen. Jeder fünfte (20 Prozent) der befragten 15-Jährigen gab an, in den zurückliegenden 30 Tagen mindestens einmal Cannabis geraucht zu haben. Im Elsass lag der Anteil bei zehn, in Baden bei vier Prozent. Befragt wurden mehr als 2200 Jugendliche.

Die Hintergründe für diese Unterschiede wollen die Wissenschaftler in den kommenden Wochen untersuchen. Eine mögliche Erklärung für die ausgeprägtere Fettleibigkeit in Deutschland haben sie bereits benannt: den frühen Schulbeginn. In den benachbarten Ländern müssen die Jugendlichen erst später antreten und haben deshalb ausreichend Zeit zum frühstücken und damit die Chance, sich gesünder zu ernähren.

Die Elsässer haben den geringsten Zug zu Zigaretten und Alkohol. Nur jeder zweite 15-Jährige hat schon mal geraucht, in Baden und in der Nordschweiz liegt der Anteil bei 57 und 58 Prozent. Beim Alkohol gab jeder fünfte Elsässer an (20 Prozent), schon ein oder zweimal einen Rausch gehabt zu haben. In der Schweiz waren es 23 Prozent, in Baden 28 Prozent.

In ihrer Gesamtkonstitution scheinen die Jugendlichen in Deutschland am stabilsten. So klagen nur etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) einmal die Woche über Kopfweh, im Elsass und in der Nordschweiz sind es dagegen mehr als ein Drittel. Ähnlich sehen die Zahlen bei Nervosität und Niedergeschlagenheit aus. Unter Schlafstörungen leiden 31 Prozent der Jugendlichen in Baden, aber 45 Prozent von ihnen im Elsass und 43 in der Nordschweiz. Entsprechend verteilt sich auch die Einnahme von Medikamenten. Im Elsass nimmt jeder fünfte Jugendliche Mittel gegen Kopfweh, in Baden nur jeder zehnte.

Abgefragt wurde auch die Beziehung der Jugendlichen zu den Eltern und zur Schule. Jeder fünfte Badener gab an, sehr gern zur Schule zu gehen, im Elsass lag die Quote bei 15 Prozent. Auch mit ihren Eltern kommen die deutschen Jugendlichen besser klar als ihre Nachbarn. Den Spitzenwert im Vertrauen genießt die badische Mutter mit 73 Prozent, der elsässische Vater bildet mit 39 Prozent das Schlusslicht.