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Die Bahn hat den Stresstest bestanden. Kritik seitens des Gutachterbüros sma wird dennoch laut. Foto. dpa
stresstest © dpa
30.06.2011

Bahn sieht Kritik von S21-Gutachter gelassen

STUTTGART. Die Deutsche Bahn sieht die Kritik des Gutachters sma am Stresstest für Stuttgart 21 gelassen. «Das ändert nichts an der Sicht der Bahn, dass sie den Test bestanden hat», sagte Projektsprecher Wolfgang Dietrich mit Blick auf die Zweifel von sma an den vorgegebenen Haltezeiten im simulierten Fahrplan für den geplanten Tiefbahnhof.

Es handele sich bei den Kritikpunkten um einen veralteten Arbeitsstand, der mittlerweile aufgearbeitet worden sei, erläuterte Dietrich am Donnerstag in Stuttgart.

Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) hat das von der Bahn beauftragte Gutachterbüro sma Zweifel daran, dass das Bauprojekt den Test in allen Punkten besteht. Das Züricher Planungsbüro habe bislang nur wenige Vorgaben der Deutschen Bahn zur Bewertung der Leistungsfähigkeit des geplanten Tiefbahnhofs vorbehaltlos akzeptiert, berichtete der Sender am Donnerstag.

Die Grünen im Landtag sehen in den vorab bekanntgewordenen Kritikpunkten der sma den Nachweis, dass die von der Bahn in Umlauf gebrachte Einschätzung, der Bahnhof habe den Stresstest bestanden, voreilig und bei weitem nicht aussagekräftig ist. Nach wie vor gelte es Fragen zu klären: etwa zu Notfallkonzepten, ausreichendem Brandschutz oder zu ausreichend lange Halte- und Wartezeiten.

Dietrich sagte es, es sei noch unklar, ob die geforderten Notfallkonzepte bei der Präsentation der dann von der sma überprüften Stresstestergebnisse am 14. Juli diskutiert würden. Er äußerte auch Zweifel, dass in der vierstündigen Veranstaltung alle komplexen Themen abgehandelt werden könnten. Die sma-testierten Resultate sollen den Projektträgern am 11. Juli übermittelt werden.

Bahn-Projektsprecher Dietrich warf Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) vor, sich dem Dialog zu verschließen. Eine mehrfache Anfrage für ein Gespräch mit ihm habe der Minister bislang nicht beantwortet, sagte Dietrich. Auch Fragen von Bürgern an das Verkehrsministerium über ein von der Bahn initiiertes Internetforum seien ignoriert worden. «Es ist schon verwunderlich, dass man auf der einen Seite Offenheit fordert, und andererseits den Dialog verweigert.»

Anfang nächster Woche will die Bahn ihre Bauarbeiten am Grundwassermanagement fortsetzen. Nach Auseinandersetzungen an der Baustelle waren sie unterbrochen worden. dpa