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Für die öffentliche Warnung vor «verhaltensgestörten» Volksfestbesuchern hat sich ein Bahn-Mitarbeiter entschuldigt.
"Verhaltensgestörte" © dpa
13.10.2014

Bahn-Mitarbeiter bedauert Warnung vor «Verhaltensgestörten»

Für den Warnhinweis vor «verhaltensgestörten» Wasenbesuchern hat sich ein Bahnmitarbeiter reumütig entschuldigt. «Die Formulierung tut ihm und uns sehr leid», sagte ein Bahnsprecher am Montag.

Der Mitarbeiter sei am Samstag selbst mit der Bahn zur Arbeit gekommen, sei dort auf rücksichtslose und teils betrunkene Besucher des Wasens gestoßen, habe sich geärgert und habe dann «im Affekt» den Eintrag für das Laufband formuliert. Damit sei er sicher spontan «über das Ziel hinausgeschossen».

Die Warnung «Cannstatter Wasen: Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen» war etwa 45 Minuten lang auf den S-Bahn-Anzeigetafeln im Gebiet des gesamten Verkehrsverbunds der Region Stuttgart zu lesen gewesen.

Der Hinweis auf dem Laufband wurde von mehreren Fahrgästen fotografiert und verbreitete sich über Facebook und Twitter im Internet rasend schnell. Abgesehen davon, so der Bahnsprecher, dass dies «natürlich nicht die Art ist, wie wir mit unseren Kunden kommunizieren wollen», habe es aber - etwa in den Sozialen Netzwerken - auch Zustimmung für die Aussage gegeben.

Es sei nun mal so, dass rund um das gut zweiwöchige Volksfest «einige ihre Kinderstube vergessen» und über die Stränge schlagen, sagte der Bahnsprecher. Schon am Vormittag rollten da mal Bierdosen durch die Bahn, der Boden sei verklebt und die anderen Fahrgäste würden von teils Betrunkenen angepöbelt. Der eine oder andere Fahrgast muss sich übergeben.

«Er zeigte sich sehr einsichtig», berichtete der Bahnsprecher nach einem ersten Gespräch mit dem Mitarbeiter. Er solle noch ein zweites Mal zum intensiven Rapport bestellt werden. Man müsse aber auch «die Kirche im Dorf lassen». Zu möglichen Konsequenzen für den Mitarbeiter wollte sich Sprecher nicht äußern. Bei der Bahn-Gewerkschaft EVG in Frankfurt hieß es: Wenn der Mitarbeiter seinen Fehler eingesehen habe, könne die Sache wohl «auf sich beruhen lassen».

Bei der Wasen-Leitung sieht man die Sache ebenfalls entspannt. Das sei eine interne Geschichte der Bahn, sagte ein Sprecher. Rund 4,1 Millionen Besucher haben nach ersten Schätzungen das 169. Cannstatter Volksfest besucht. Zum Vergleich: Zum Oktoberfest in München kamen 6,3 Millionen Gäste.

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