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Zugausfälle wegen Warnstreiks bei der Bahn.
Zugausfälle wegen Warnstreiks bei der Bahn © dpa
26.10.2010

Bahn-Warnstreiks beendet - Behinderungen bis zum Abend

STUTTGART/PFORZHEIM. In Baden-Württemberg sind wegen der Warnstreiks bei der Deutschen Bahn am Dienstagmorgen mehrere Fernzüge ausgefallen. Einige Intercitys und ICEs blieben in den Bahnhöfen Stuttgart und Karlsruhe stehen, weil die Lokführer in einen kurzzeitigen Ausstand traten. In Pforzheim kam es lediglich zu Verspätungen beim Fernverkehr und somit bei den Intercity-Zügen, so ein Bahnsprecher. Der Nahverkehr war jedoch nicht betroffen, S-Bahnen konnten wie gewohnt fahren, sagte Reinhard Rothfuß von den AVG-Bahnen der PZ am Morgen.

Nach Angaben der Bahn waren davon etwa sechs Züge betroffen, zum Beispiel von Karlsruhe nach Frankfurt und von Stuttgart nach Mainz. Weitere Fernzüge fielen aus, weil in Bahnhöfen außerhalb von Baden-Württemberg gestreikt wurde.

Daneben gab es im Berufsverkehr größere Behinderungen, weil nach Angaben des Bahnsprechers vier elektronische Stellwerke unbesetzt blieben. Dadurch konnten etliche Bahnen nicht von Mannheim nach Frankfurt fahren. Zudem waren Züge der Rheintalbahn sowie der Regionalverkehr rund um Ettlingen blockiert. Wie viele Bahnen insgesamt betroffen waren, konnte der Sprecher am Morgen noch nicht sagen.

Der Ausstand sollte bis 8.00 Uhr andauern. Im Stuttgarter Hauptbahnhof seien rund 30 Bedienstete in den vorübergehenden Ausstand getreten, sagte Hans-Peter Hurth von der Gewerkschaft GDBA. Ein IC nach Karlsruhe sei um 5.45 Uhr der erste Zug gewesen, der den Bahnhof nicht verlassen habe. Die Lage sei sehr emotional gewesen, und einige Bedienstete hätten sich nicht getraut, den Arbeitsplatz zu verlassen. «Es lief nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben», räumte Hurth ein.

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA fordern einheitliche Tarifstandards: Der Wettbewerb um Regionalverbindungen dürfe nicht über niedrigere Einkommen auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Die nächste Tarifrunde mit der Bahn steht Ende der Woche an.

Der Ausstand war um 9.00 Uhr beendet. «Es dauert aber sicher noch bis in die Abendstunden, bis wir überall wieder nach Plan fahren», sagte der Bahnsprecher. Laut GDBA sei die Lage am Morgen sehr emotional gewesen, und einige Bedienstete hätten sich nicht getraut, den Arbeitsplatz zu verlassen. «Es lief nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben», räumte Hurth ein.