nach oben
21.10.2015

Bauer stellt Uhr für seine Kühe in Fünf-Minuten-Schritten um

Waldshut-Tiengen. Hansjoerg Birkenberger gewöhnt seine Schwarzbunten in Fuenf-Minuten-Schritten pro Tag an die Winterzeit. Sonst würde große Verwirrung unter den milchschwangeren Damen herrschen.

Schon Tage vor der Umstellung der Uhren an diesem Sonntag gewöhnt Landwirt Hansjörg Birkenberger aus Waldshut-Tiengen (Kreis Waldshut) seine 80 Kühe behutsam an die «Winterzeit». «Ich melke jeden Tag fünf Minuten später», sagt der 55-Jährige. Kühe gelten als Gewohnheitstiere. Er könne sie nicht einfach eine Stunde später melken. «Da würden die Kühe ihre Milch schon vorher einfach laufen lassen», sagt Birkenberger.

Die langsame Zeitumstellung war nicht seine Idee: «Wir machen das schon immer so», sagt er. Schon immer - das heißt bei ihm, seit er 14 ist und seinem Vater in der Landwirtschaft geholfen hat. Birkenberger geht davon aus, dass auch andere Landwirte ihre Tiere langsam an die neue Melkzeit gewöhnen. «In der Landwirtschaft hat man das Gefühl für Tiere und Natur.» Er selbst habe aber kein Problem mit der Uhrenumstellung.

In Deutschland werden am 25. Oktober Uhren von 03.00 auf 02.00 Uhr zurückgestellt - auf die «Winterzeit», die die normale Zeit ist. Damit endet die Sommerzeit. Sie wurde 1980 eingeführt. So sollte nach der Ölkrise das Tageslicht eine Stunde länger genutzt und damit Energie gespart werden.