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Neue Hausaufgaben für die Bahn: Nach Stuttgart-21-Kritikern will jetzt auch die oberste Genehmigungsbehörde, dass das Grundwassermanagement stärker unter die Lupe genommen wird. Werden Grenzwerte überschritten?
S21 Wasser © dpa
22.08.2014

Behörde ordnet Grundwasserüberprüfung bei Stuttgart 21 an

Stuttgart/Bonn. Die Bahn muss ihr Grundwassermanagement für das Milliardenvorhaben Stuttgart 21 intensiver prüfen lassen. Man habe die Bauherrin angewiesen, vom 18. August bis zum 17. Oktober ein Monitoring zu veranlassen, teilte das Eisenbahnbundesamt am Freitag in Bonn mit und bestätigte Zeitungsberichte. Bei der Überprüfung nimmt ein Labor regelmäßig Wasserproben an allen Brunnen, über die das abgepumpte Grundwasser wieder in den Boden eingeleitet wird.

Unter anderem habe eine frühere Wasserprobe Anhaltspunkte dafür geliefert, «dass der Einleitungsgrenzwert für abfiltrierbare Stoffe möglicherweise nicht durchgehend eingehalten worden sein könnte und dass Rost der Grund für den gemessenen höheren Wert ist», so die Aufsichtsbehörde. Ein Unfall, bei dem aus einer beschädigten Leitung rostbraunes Wasser austrat, sei zudem Anlass gewesen, weitere Kontrollen zu verfügen. Es gebe bislang aber keine Hinweise, dass die Grundwasserqualität leiden könnte, berichtete das Amt weiter.

Das Grundwassermanagement besteht aus einer zentralen Fläche mit Pumpen und Reinigungseinrichtung, einem etwa 17 Kilometer langem Leitungsnetz und zahlreichen Infiltrationsbrunnen.

Kritiker des Bahnprojekts hatten vor kurzem Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen möglicher Umweltstraftaten erstattet. Nach Angaben der Gruppe Ingenieure 22 werden im Wasser, das in den Boden und den Neckar gepumpt wird, alle Grenzwerte für Eisen überschritten.

Die Bahn betonte, sie sei den Vorwürfen der Ingenieure 22 nachgegangen. Deren «nicht nachprüfbaren Erkenntnisse» deckten sich in keiner Weise mit den der Bahn und den Behörden vorliegenden Messungen. Der Betrieb des Grundwassermanagements erfolge gemäß den Vorgaben der Baugenehmigung und werde kontinuierlich überwacht. Das Amt für Umweltschutz der Stadt Stuttgart habe zuletzt im Juli 2014 bestätigt, dass die Einleitgrenzwerte eingehalten werden.

Laut Eisenbahnbundesamt sind Eisen und Eisenoxid keine wassergefährdenden Stoffe. Allerdings könne eine dauerhafte starke Einleitung von Wasser mit hoher Eisenkonzentration die Beschaffenheit des Grundwassers verändern. Die ersten Monitoring-Proben seien optisch unauffällig gewesen, die Ergebnisse der chemischen Analyse stünden allerdings noch aus.