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Papst Benedikt XVI. wird für mehrere Tage in Freiburg weilen. Foto: dpa
el papa © dpa
20.07.2011

Benedikt XVI. wird kein «Papst zum Anfassen» sein

FREIBURG. In zwei Monaten wird Papst Benedikt XVI. zu seinem ersten offiziellen Staatsbesuch nach Deutschland kommen. Eine der Stationen ist Freiburg. Seinen Gläubigen darf er aber nicht zu nahe kommen - es gilt «Sicherheitsstufe 1».

Mit Benedikt XVI. wird erstmals ein Papst nach Freiburg kommen. Am 24. und 25. September wird sich der Pontifex in der badischen Universitätsstadt, die Sitz der zweitgrößten der 27 katholischen Diözesen Deutschlands ist, aufhalten und mehrfach in der Öffentlichkeit auftreten. Die Planungen befinden sich in der heißen Phase. Die Nachrichtenagentur dpa beantwortet die wichtigsten Fragen:

Was wird der Papst in Freiburg unternehmen?

Er wird in Freiburg zwei Gottesdienste feiern. Ein Abendgebet unter freiem Himmel mit Jugendlichen am 24. September, 19.00 Uhr, auf dem Messegelände und einen Tag später (25. September), 10.00 Uhr, eine Heilige Messe auf dem benachbarten Flugplatzgelände. Zudem wird er - am 24. September - mit dem Papamobil durch die Innenstadt fahren, das Münster besuchen, Gespräche führen und zum Abschluss seines Deutschlandbesuchs am 25. September im Konzerthaus Freiburg eine Grundsatzrede halten.

Wird Benedikt XVI. in Freiburg ein «Papst zum Anfassen» sein?

Für den Pontifex gilt, wie beispielsweise auch für US-Präsident Barack Obama «Sicherheitsstufe 1». Er wird, wenn er auf Gläubige trifft, im gesicherten Auto bleiben. Verlässt er das Fahrzeug, gelten große Sicherheitsabstände. Eine direkte Begegnung mit dem Volk wird es nur am 24. September, 14.00 Uhr, auf dem Münsterplatz geben. Dort finden maximal 3000 Menschen Zugang, die von der Kirche und den Sicherheitsbehörden ausgewählt wurden. Zu einigen von ihnen wird der Papst kurz kommen, hier sind auch die meisten und wichtigsten Fernsehkameras aufgebaut.

Kann jeder zu den Gottesdiensten kommen?

Jeder kann kommen, muss sich aber vorher anmelden. Dies ist über Internet und in den örtlichen Pfarrbüros möglich. Die Besucher erhalten dann eine kostenlose Eintrittskarte. Zur Eucharistiefeier mit dem Papst am 25. September rechnen die Veranstalter mit 100 000 Menschen und mehr, angemeldet haben sich bislang rund 53 000 Gläubige. Zum Jugendgebet werden rund 20 000 Jugendliche erwartet, hier liegen bereits 14 000 Anmeldungen vor. Wer den Papst bei seiner Fahrt am 24. September durch die Innenstadt sehen will, muss sich nicht anmelden. Ein public viewing wird es nicht geben.

Wie kommt man zum Papst?

Die Veranstalter raten, sich in Gruppen anzumelden und gemeinsam im Reisebus nach Freiburg zu fahren. Die Busparkplätze sind maximal 45 Fußminuten von den Veranstaltungsorten entfernt. Möglich ist auch eine Anreise mit dem Zug. Es werden Sonderzüge eingesetzt. Wer mit dem eigenen Auto kommt, wird schon weit außerhalb von Freiburg auf Großparkplätze geleitet. Weiter geht es dann mit Pendelbussen. Freiburg selbst wird zur Anwohnerzone erklärt. Rein mit dem Auto kommt nur, wer in Freiburg wohnt.

Wo kann man übernachten?

Die Hotels in Freiburg sind bereits ausgebucht, auch in der Umgebung ist es knapp. Für Jugendliche stellt die Kirche Massenquartiere zur Verfügung. Nötig ist eine Anmeldung.

Was wird der Papstbesuch kosten?

Die Kirche in Freiburg geht davon aus, dass sie rund 11 Millionen Euro investieren muss, die Stadt Freiburg zusätzlich 300 000 Euro. Auch das Land und, in weitaus geringerem Umfang, der Bund müssen zahlen. Diese Kosten sind öffentlich nicht beziffert. Das Land hat vorsorglich im Nachtragshaushalt 5 Millionen Euro eingestellt, es können aber auch deutlich mehr werden. Am teuersten für das Land wird der Polizeieinsatz. Es sind 3500 bis 5000 Beamte im Einsatz.

Wo gibt es Infos?

Kirche und Behörden werden am 1. August ein Infotelefon schalten, zudem ist die Einrichtung eines Infobüros geplant. Infos stehen auch im Internet (www.papst-in-deutschland.de;www.papst-in-freiburg.de;www.ebfr.de/papstbesuch). dpa