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14.07.2013

Betrug? Ermittlungen gegen Bestatter

Ulm/Schwäbisch Hall. Ein Schwäbisch Haller Bestattungsunternehmen soll laut einem Bericht der „Südwest Presse“ über Jahre hinweg Kunden betrogen haben. So sollen beispielsweise Trauerfeiern abgehalten worden sein, bei denen die Verstorbenen in hochwertigen Särgen aufgebahrt waren.

Diese wurden auch in Rechnung gestellt, aber wenn die Feier vorbei war, sollen die Toten einfach in billige Fichten- oder Kiefernholzsärge umgebettet worden sein. Manchmal habe man die Leichen „nur reingekippt“, schreibt das Blatt. Der Sprecher der Heilbronner Staatsanwaltschaft, Harald Lustig, bestätigte am Samstag eine Durchsuchung wegen Betrugsverdachts. Um Geld zu sparen, habe das Unternehmen laut Zeitung die Leichen tagelang ohne Kühlung aufbewahrt, bis genügend für einen Sammeltransport ins Krematorium Schwäbisch Gmünd beieinander waren. Dabei hatten die Hinterbliebenen für Einzeltransporte gezahlt.

Das Haller Krematorium habe die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen schon vor langem wegen Pietätlosigkeit aufgekündigt. Das Bestattungsunternehmen gebe es nicht mehr. Gegen die beiden Geschäftsführer liegt laut dem Sprecher der Heilbronner Staatsanwaltschaft ein Strafbefehl wegen Insolvenzverschleppung vor. dpa