nach oben
Eine Mutter wollte ihrer betrunkenen, Drogen konsumierenden Tochter nach einem Unfall helfen und muss sich nun wegen Beihilfe zur Fahrerflucht verantworten.
Eine Mutter wollte ihrer betrunkenen, Drogen konsumierenden Tochter nach einem Unfall helfen und muss sich nun wegen Beihilfe zur Fahrerflucht verantworten. © Symbolbild: dpa
22.01.2013

Betrunkene Tochter baut Unfall - Mutter gibt sich als Fahrerin aus

Mutterliebe ist das Eine, mütterliche Verantwortung das Andere. Es ist durchaus verständlich, dass eine Mutter ihre betrunkene und im Drogennebel fahrende und unfallflüchtige Tochter zu decken versucht, aber die Staatsgewalt quittiert das mit einer Anzeige. Das Täuschungsmanöver nach einem Unfall bei Öhringen war auch so plump, dass die Polizisten den Trick sofort bemerkten.

Auf der Kreisstraße zwischen Öhringen und Weinsbach war am Montag gegen 19 Uhr eine 30-jährige Polo-Fahrerin von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Kurz darauf kamen Zeugen hinzu, die sich um die Leichtverletzte kümmern wollten und zudem die Polizei verständigten.

Die 30-Jährige gab jedoch zu verstehen, dass sie bereits ihre Eltern verständigt habe. Diese trafen kurz darauf ein. Die Zeugen konnten dann beobachten, wie die Unfallverursacherin in das andere Auto stieg und mit ihrem Vater davonfuhr, während ihre Mutter vor Ort blieb. Als gleich darauf eine Polizeistreife eintraf, gab sich die 54-Jährige gegenüber den Polizisten plötzlich als die Fahrerin des Polo aus.

Nachdem die Zeugen dieser Darstellung widersprachen, wurde eine Fahndung nach der Unfallflüchtigen eingeleitet. Diese führte rasch zum Erfolg. Wie sich herausstellte, hatte die 30-Jährige offenbar nicht nur Alkohol, sondern auch noch Drogen konsumiert. Entsprechende Tests verliefen positiv. Einen Führerschein brauchten die Beamten der Frau nicht mehr abzunehmen, da sie diesen bereits wegen einer früheren Drogenfahrt eingebüßt hatte.

Weil ihre Mutter als Halterin des Polo von der Führerscheinlosigkeit ihrer Tochter wusste, bekommt sie nun eine Anzeige wegen des Zulassens zum Fahren ohne Fahrerlaubnis. Zudem werden sich ihre Eltern auch noch wegen Beihilfe zur Unfallflucht strafrechtlich verantworten müssen. Die 30-jährige Unfallfahrerin hat sich gleich mehrere Strafanzeigen, darunter auch noch wegen Beamtenbeleidigung, eingehandelt. pol

Leserkommentare (0)