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Ein inzwischen Deutscher gewordener Russe ist 16 Jahre nach einer tödlich endenden Schlägerei in Russland in seinem neuen Heimatland zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Ein inzwischen Deutscher gewordener Russe ist 16 Jahre nach einer tödlich endenden Schlägerei in Russland in seinem neuen Heimatland zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. © Symbolbild: dpa
21.12.2011

Bewährungsstrafe 16 Jahre nach tödlicher Schlägerei

Ellwangen. Mehr als 16 Jahre nach einer tödlichen Schlägerei in Russland ist der Täter am Mittwoch in Ellwangen (Ostalbkreis) zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht verhängte gegen den geständigen Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung.

Jahrelang hatte die Justiz weltweit nach dem Mann gesucht - und ihn schließlich im Ostalbkreis gefunden. Er war 1995 mit einem anderen Studenten aneinander geraten. Die Schlägerei eskalierte; schließlich trat der gebürtige Russe seinem Widersacher so heftig gegen den Kopf, dass das Opfer starb.

Ein russisches Gericht hatte den Angeklagten bereits kurz nach der Tat zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Allerdings wurde das Urteil nie rechtskräftig, weil sich der Mann nach Deutschland abgesetzt hatte. 14 Jahre lang fahndeten die Behörden ohne Erfolg nach ihm, bis sie ihn 2009 in Deutschland aufspürten. Die russische Justiz verlangt seitdem seine Auslieferung, doch weil der 35-Jährige inzwischen deutscher Staatsbürger ist, nahm die Justiz in Ellwangen den Prozess selbst in die Hand.

Vor dem Landgericht gab der 35-Jährige die Tat sofort zu. Der Vorsitzende Richter zollte ihm dafür in der Urteilsbegründung Respekt: «Ohne die offene, authentische und von Reue getragene Aussage hätte es hier einen viel größeren Prozess gegeben. Dazu hätten unter anderem Zeugen und die Gerichtsmedizin aus Russland geladen werden müssen.» dpa