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Symbolbild: Ein Rettungswagen steht vor einem bei einem Unfall zerstörten Fahrzeug. Karlsruhe hat seine Verkehrsunfallbilanz für 2010 vorgelegt und verzeichnet mehr Verkehrsunfälle und mehr Verkehrstote als im Vergleich zum Vorjahr.
Karlsruher Verkehrsunfallbilanz 2010: Mehr Verkehrsunfälle, mehr Tote © dpa
28.03.2011

Bilanz 2010 in Karlsruhe: Mehr Verkehrsunfälle, mehr Tote

KARLSRUHE. Einen Anstieg bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle vermeldet die Polizeidirektion in Karlsruhe bei der Verkehrsunfallbilanz des Jahres 2010. Das sind ganze 19.304 Verkehrsunfälle, und somit elf Prozent mehr als im Vorjahr, die die Polizei auf den Straßen des Stadt- und Landkreises Karlsruhe registrierte. Zurückzuführen ist der Anstieg auf die extremen winterlichen Straßenverhältnisse zu Beginn und am Ende des Jahres 2010.

Auch bei den Verkehrsopfern hat sich die Zahl erhöht. Waren es 2009 nur 20, ein historischer Tiefstand, starben im Jahr darauf insgesamt 24 Menschen bei Verkehrsunfällen.

Positives gibt es bei den Unfällen mit Personenschaden festzustellen: Hier ist die Zahl rückläufig und sank von 2.466 im Jahr 2009 auf 2.386 im Jahr 2010. Das sind 3,5 Prozent weniger.

Die Hauptunfallursachen sind überhöhte Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzungen sowie zu geringer Sicherheitsabstand. Alkohol war bei 334 Unfällen, 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr, mit ursächlich Bei Unfällen mit Personenschaden lag der Anteil mit 5,5 Prozent deutlich höher.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort stellte sich auch 2010 als Massendelikt dar. Hier war ein Anstieg der Gesamtzahlen von 3.892 auf 4.277 zu verzeichnen. Auch im vergangenen Jahr beging damit mehr als jeder fünfte Verursacher eine Unfallflucht. Über die Hälfte der Unfallfluchten mit Personenschaden konnte aufgeklärt werden. Eine erfreuliche Bilanz weist die Statistik der Kinder-Unfälle im Landkreis Karlsruhe auf. Es verunglückten 36 Kindern weniger als im Vorjahr 2009.

Dafür bereiten junge Fahrer weiterhin Grund zur Sorge. Verkehrsteilnehmer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren waren mehr als dreimal so oft an Unfällen beteiligt, als es dem Bevölkerungsanteil entspricht. Fünf junge Pkw-Insassen wurden auf den Straßen im Landkreis getötet, 2009 waren es nur zwei. Auch wurden deutlich mehr Pkw-Insassen aus dieser Altersgruppe verletzt: 2009 waren es noch 237 Menschen, 2010 mit 277 Personen weit mehr.

Auch Unfälle mit motorisierten Zweirädern blieb auf hohem Niveau. An solchen Unfällen waren im Stadtgebiet zumeist Fahrer kleinerer Zweiräder wie Mofas, Moped, Motorroller und Kleinkrafträder beteiligt. Im Landkreis waren es vorwiegend die Fahrer schwerer Motorräder. Die Zahl der auf den ländlichen Straßen Verunglückten ist seit fünf Jahren mit jährlich etwa 250 gleich hoch geblieben und erreichte mit sechs Getöteten innerhalb dieses Zeitraumes einen neuen Höhepunkt.

 

Im Bereich der Autobahn umfasst das Zuständigkeitsgebiet der Karlsruher Polizei auf der A 5 den Bereich der Autobahnanschlussstelle Rastatt-Nord bis zur Tank- und Rastanlage Bruchsal, sowie auf der A 8 vom Dreieck Karlsruhe bis zur Anschlussstelle Karlsbad. Hier wurden im zurückliegenden Jahr von der Polizei insgesamt 1.363 Verkehrsunfälle erfasst. Das waren 68 und somit 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden erhöhte sich um 8,1 Prozent. Es wurden dabei 22 Menschen mehr verletzt als im Vorjahr. Ein Mensch verlor durch einen Verkehrsunfall sein Leben. Im Vorjahr waren es noch drei.
Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von "Brummis" (Lkw/Züge/SattelKfz) erhöhte sich um 13 Prozent, von 199 im Jahr 2009 auf 225 im Jahr 2010. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stagnierte mit 48 auf Vorjahresniveau.