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Mohamed aus dem Sudan heftet in der Rosensteinschule in Stuttgart ein Schild mit dem Namen seines Heimatlandes an eine Tafel. Foto: dpa
Mohamed aus dem Sudan heftet in der Rosensteinschule in Stuttgart ein Schild mit dem Namen seines Heimatlandes an eine Tafel. Foto: dpa
07.01.2016

Bildungsstand der Flüchtlingskinder wird getestet

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist nur eine Herausforderung für das Land. Die Integration in die Schulen erfordert ebenfalls große Anstrengungen. Baden-Württemberg will deshalb von Mitte Januar an systematisch die Bildung von Flüchtlingskindern erfassen. Nach einem Probelauf in der Erstaufnahmeeinrichtung Meßstetten im Zollernalbkreis soll die sogenannte bildungsbiografische Ersterfassung auch im Registrierungszentrum Heidelberg erfolgen, teilte das Ressort von Kultusminister Andreas Stoch (SPD) mit.

Erhoben werden die schulischen Voraussetzungen, die die jungen Flüchtlinge mitbringen. Ziel ist, ihnen ein passendes Angebot zu machen. Gefragt wird etwa, wie lange die Kinder in ihrem Heimatland in der Schule waren, wie gut sie lesen und schreiben können und welche Sprachen sie sprechen.

Um den Schulbesuch der jungen Schutzsuchenden sicherzustellen, hat das Ministerium 30.000 pensionierte Lehrer angeschrieben. Mehr als 500 Pädagogen hätten sich bisher grundsätzlich bereiterklärt, auszuhelfen, hieß es im Kultusministerium. Gebraucht werden 600 Lehrer. Für den Unterricht von Flüchtlingen wurden bereits zum Beginn des aktuellen Schuljahrs 562 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen. Im Kultusministerium wird über weitere Schritte zur Lehrergewinnung nachgedacht, etwa die gezielte Ansprache von angehenden Lehrern zwischen dem ersten Staatsexamen und dem Beginn des Vorbereitungsdienstes.

Künftig soll ein neues Fortbildungskonzept Lehrer für den Unterricht von Flüchtlingen qualifizieren. Schwerpunkte sind neben Sprachförderung und Alphabetisierung auch Interkulturelle Bildung, Elternarbeit und der Umgang mit Traumata. Die ersten Fortbildungen sind zum Schuljahr 2016/17 geplant. Um die Pädagogen für den Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu wappnen, gibt es bereits ein gezieltes Fortbildungs- und Supervisionsangebot. Im Schuljahr 2014/15 nutzten dies 1200 Lehrer. Im Schuljahr 2015/2016 stehen 2050 Plätze bereit.

Im Land werden derzeit etwa 30.000 junge Menschen in knapp 2200 Vorbereitungsklassen unterrichtet. Die meisten besuchen eine Werkrealschule.