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01.01.2016

Bischöfe predigen über europäische Solidarität und junge Flüchtlinge

Freiburg/Rottenburg. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sorgt sich um die Solidarität in Europa. „Angesichts von Millionen Menschen, die auf der Flucht sind“ mische sich in Hoffnung und Zuversicht manche Sorge. Dazu gehöre die Frage, wohin sich die Gesellschaft entwickeln werde. Es gebe manche gesellschaftspolitische Schwelbrände in Europa, „die drohen, das Netz der Solidarität zu schmelzen oder gar ganz zu verbrennen“, meinte der Erzbischof.

Wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) davon spreche, dass die Herausforderungen gemeinsam zu schaffen seien, so sieht der Oberhirte „dennoch Sorgen und Ängste, wie dies im Konkreten gelingen kann“. Gemeint sei die Angst vor Terror, vor Ausschreitungen und Gewalt.

Die Hilfe für Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisenregionen der Welt bleibt nach Überzeugung des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst 2016 eine vorrangige Herausforderung für die Kirche. Besonders aufmerksam müssten unbegleitete Jugendliche betreut werden, meinte der Bischof in Rottweil zum Silvesterabend. Viele jugendliche Flüchtlinge würden unter seelischen Verletzungen leiden und hätten keinen Schutz durch ihre Familien. Bischof Fürst kündigte eine verstärkte Fürsorge für sie an. Der Rottenburger Bischof erinnerte an den Auftrag der Christen, Frieden zu stiften, Liebe und Barmherzigkeit zu üben: „Diese jungen Menschen sollen erfahren dürfen, wie im Engagement von Christen Gottes Liebe und Barmherzigkeit spürbar wird.“ Die Kirchen hatten angesichts steigender Steuereinnahmen zuletzt eine noch stärkere Finanzierung von Projekten in der Flüchtlingshilfe angekündigt.