Rottweil. Vor dem Rottweiler Landgericht wird heute der Prozess um einen Türsteher-Krieg fortgesetzt. Acht Mitglieder der Türsteher-Vereinigung Black Jackets sind wegen versuchten Mordes angeklagt. Sie müssen sich wegen eines Angriffs auf ihre Konkurrenten United Tribuns verantworten.
Die Angeklagten sollen im Februar mit Molotow-Cocktails einen Brandanschlag auf das Clubheim der verfeindeten Türsteher in Deißlingen (Kreis Rottweil) verübt haben. Mit viel Glück wurde dabei niemand verletzt. Bei der Polizei haben die 19 bis 26 Jahre alten Angeklagten die Tat weitgehend eingeräumt. Jetzt sollen sie erstmals vor Gericht zur Tat befragt werden. Ein Urteil wird in dem Mammut-Prozess erst im Dezember erwartet.
Mehrere Rockerbanden und Türsteher-Vereinigungen liefern sich seit gut einem Jahr einen Kampf um die Vorherrschaft im Kreis Rottweil. Zweites Zentrum dieser Auseinandersetzungen ist Pforzheim. Hier gab es eine Massenschlägerei mit Schusswechsel zwischen den Hells Angels und den United Tribuns. Ferner fielen Schüsse auf eine Pforzheimer Diskothek.
In der Goldstadt allerdings spielen die Black Jackets nach Verhaftungen und der Auflösung der Nachwuchs-Abteilung anscheinend keine große Rolle mehr. Der Pforzheimer Verein der Hells Angels ist verboten worden. Auch von den United Tribuns hört man nach einer großen Razzia nicht mehr viel. Bleibt abzuwarten, ob diese Ruhe nicht doch trügerisch ist und sich hinter den Kulissen eine neue Eskalation aufbaut. Oder, was noch weniger wünschenswert wäre, es schiebt sich eine andere Rockerbande oder Türsteher-Clique in die neue Lücke in der Szene. dpa/tok

