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Noch wird auf dem Gelände der Bundesgartenschau eifrig gepflanzt, unter anderem Hornveilchen. Foto: Sommer
Noch wird auf dem Gelände der Bundesgartenschau eifrig gepflanzt, unter anderem Hornveilchen. Foto: Sommer
Blick auf das Gartenschaugelände: Erstmals stehen auch Wohngebäude mitten in einer Buga. Foto: Gollnow
Blick auf das Gartenschaugelände: Erstmals stehen auch Wohngebäude mitten in einer Buga. Foto: Gollnow
Futuristisch: ein Pavillion aus Metall wartet auf Besucher. Foto: Gollnow
Futuristisch: ein Pavillion aus Metall wartet auf Besucher. Foto: Gollnow
11.04.2019

Blumig in die Zukunft: Bundesgartenschau zieht mitten in die Industriestadt Heilbronn

Heilbronn. Farbenprächtig strahlen Goldlack, Narzissen, Tulpen und Primeln auf dem früheren Industriegelände mitten in Heilbronn. Dabei sollen bei der Bundesgartenschau (Buga) 2019 Pflanzen nicht der einzige Blickfang sein – die Organisatoren in Heilbronn wagen eine Zukunftsvision.

Erstmals in der 68-jährigen Geschichte leben während der Buga auch Menschen auf dem Ausstellungsgelände. 22 Wohngebäude und eine Jugendherberge stehen dort – 400 Bewohner sind bereits eingezogen, ein Café und ein Kindergarten haben geöffnet. „Ein reales Labor“, so nennt das Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas. Denn die Buga widme sich diesmal Zukunftsthemen wie dem autonomen Fahren, der Digitalisierung und Stadtentwicklung. Für die Besucher gibt es in manchen der Häuser Musterwohnungen zum Erkunden – Stadtausstellung heißt das Konzept.

Flächenverbrauch ist beim Blick in die Zukunft der Städte natürlich ein drängendes Thema. Die Buga setzt auf verdichtete Bauweise, also viele Wohnungen auf wenig Raum. Das werde durchaus auch kritisch hinterfragt, räumt Faas ein. Aber es sei nun mal ressourcenschonend, es bliebe mehr Platz für Grünflächen oder Seen. Der Geschäftsführer betont: „Es geht darum, langfristig zu denken und langfristig zu verändern.“ Endet die Buga nach 173 Tagen, soll aus der Stadtausstellung ein Wohnquartier werden – mit 3500 Wohn- und 1000 Arbeitsplätzen.

Trotz aller Zukunftsvisionen, die Pflanze steht nach Angaben der Macher weiterhin im Mittelpunkt. Eine Million Blumenzwiebeln und Hunderttausende Frühjahrsblüher wurden auf dem Gelände inmitten von Heilbronn gesteckt und gepflanzt. Rund 100 bis 150 Gärtner hätten daran mitgearbeitet, sagt Rüdiger Eckhardt. Der Gärtner ist für die Bepflanzung verantwortlich. „Der Nachtfrost ist zum Glück ausgeblieben. Anfang nächster Woche soll es wärmer werden, dann geben die Blumen noch mal richtig Gas.“ Die Vorbereitungen für die Eröffnung am Mittwoch kommender Woche, zu der sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angekündigt hat, laufen.

Mit 13.000 Besuchern am Tag rechnen die Organisatoren, 30.000 könnten es zu Spitzenzeiten werden. Durch Eintrittsgelder müssen der Kalkulation zufolge rund 40 Millionen Euro in die Kassen gespült werden. Die Kosten für die Buga liegen demnach bei etwa 194 Millionen Euro – die Stadt Heilbronn übernimmt davon rund 94 Millionen Euro, das Land Baden-Württemberg rund 60 Millionen Euro. Innenminister Thomas Strobl (CDU) bezeichnete die Ausstellung als Aushängeschild für das ganze Land. Baden-Württemberg zeige sich „auf der Buga als ein innovatives, zukunftsorientiertes und facettenreiches Land.“

Dafür musste unter anderem das Areal direkt hinter dem Heilbronner Hauptbahnhof komplett umgekrempelt werden. Die Ecke war eher als schmuddelig verrufen und das Aufräumen gestaltete sich entsprechend aufwendig. Gut 300 Tonnen Schrott wurden aus dem Boden geholt, 13 Tonnen Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg entsorgt.