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22.10.2013

Blutiger Revierstreit: Rockerprozess wird aufgesplittet

Stuttgart (dpa/lsw) - Der große Rockerprozess vor dem Stuttgarter Landgericht wird aufgesplittet. Das sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag auf Nachfrage und bestätigte damit einen Bericht der «Stuttgarter Zeitung». Verantworten mussten sich zunächst elf Angeklagte der inzwischen verbotenen rockerähnlichen Gruppe Red Legion wegen einer tödlichen Messerattacke auf Mitglieder der Black Jackets.

Bei dem blutigen Revierstreit Ende 2012 starb ein 22-Jähriger, sein Bruder wurde lebensgefährlich verletzt. Der Vorwurf lautet auf gemeinschaftlichen Mord. Die drei jüngeren Angeklagten werden jetzt von dem Verfahren abgetrennt. (Az.: 3 KLs 115 Js 35416/13)

Grund für die Teilung war demnach der Ausschluss eines Gutachters, der für die Heranwachsenden zuständig war. Dieser hatte sich während einer Zeugenvernehmung über Handy und Laptop mit anderen Dingen befasst. Die Verteidigung beantragte seinen Ausschluss. Da sich der Ersatz-Gutachter erst einmal durch mehrere Dutzend Akten lesen muss, wird über die jüngeren Angeklagten künftig getrennt verhandelt. Ob ihre Fälle mit acht weiteren Tatverdächtigen zusammengefasst werden, deren Prozess nach derzeitiger Planung im Januar beginnen soll, ist nach Auskunft des Gerichtssprechers noch offen.