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Mehrere Kunststoffrohre für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 waren am Sonntag in Brand geraten. Foto: dpa
Mehrere Kunststoffrohre für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 waren am Sonntag in Brand geraten
19.02.2012

Brandanschläge gegen Bahn? Nach Kabel nun auch Rohre in Flammen

Stuttgart (dpa/lsw) - Gleich zwei Brandanschläge auf Bahnanlagen geben der Polizei in Stuttgart Rätsel auf. Auf den Kabelbrand in einem Bahn-Tunnel am Freitag folgte am Sonntagmorgen ein Feuer an rund 40 Rohren auf einem abgelegenen Bauplatz für den umstrittenen Tiefbahnhof Stuttgart 21.

Beide Brände seien offenbar gelegt worden, ein Zusammenhang beider Taten sei «derzeit nicht bekannt, kann aber nicht ausgeschlossen werden», sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Ergebnisse der Ermittlungen in beiden Fällen seien frühestens am Montag zu erwarten.

Passanten hatten am Sonntag gegen 08.00 Uhr eine starke Rauchentwicklung auf einem Lagerplatz der Bahn nahe des Zoos Wilhelma bemerkt und die Feuerwehr gerufen. Rund 40 kunststoffummantelte Metallrohre für das sogenannte Grundwassermanagement für Stuttgart 21 standen in Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand nach circa einer Stunde löschen.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus, eine Selbstentzündung könne ausgeschlossen werden. «Ein Zusammenhang mit Stuttgart 21 ist anzunehmen», schrieb die Polizei. Projektsprecher Wolfgang Dietrich sagte: «Wir verurteilen solche Akte der Gewalt aufs Schärfste. Dieser Angriff auf das Eigentum der Bahn, ist insbesondere auch ein Angriff auf den Willen der Mehrheit der Bürger in Baden-Württemberg.»

Nicht wirklich weitergekommen ist die Polizei derweil bei den Ermittlungen zum mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Bahntunnel nahe der Stuttgarter Innenstadt am Freitag. Ein technischer Defekt könne ausgeschlossen werden, ein möglicher Brandstifter sei aber auch noch nicht gefunden, hieß es. Die Ergebnisse einer Wohnungsdurchsuchung bei einem Verdächtigen könnten noch nicht preisgegeben werden, hieß es weiter.

Auch zu dem Verdächtigen wurden keine Details mitgeteilt. Frühestens am Montag gebe es Infos. Zu Spekulationen, dass S21-Gegner das Feuer gelegt haben, hieß es bei der Bundespolizei Bundespolizei nur: «Es liegt kein Bekennerschreiben oder dergleichen vor, das darauf hinweist, dass es sich um eine Aktion von S21-Gegnern handelt.» Der Bahnverkehr läuft laut Bahn seit Sonntagmorgen wieder regulär. Vor allem am Freitag waren dutzende Züge im Fern- und Nahverkehr der Bahn von der Streckensperrung betroffen.

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