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Der Feuerteufel hatte im Kreis Ludwigsburg unter anderem mehrere Autos angezündet.
Der Feuerteufel hatte im Kreis Ludwigsburg unter anderem mehrere Autos angezündet. © dpa
12.03.2013

Brandserie geht weiter: Feuer in zwei Schulen

Bietigheim/Besigheim. Hat der Feuerteufel schon wieder zugeschlagen? Seit 15. Oktober 2012 häufen sich die Brandstiftungen im Kreis Ludwigsburg, die insgesamt bereits einen Schaden in Höhe von mindestens zwei Millionen Euro angerichtet haben. Diesmal hat es aber keine Autos oder gar eine Halle getroffen, sondern zwei Schulen in Besigheim und Bietigheim.

Die Polizei geht auch in diesen beiden Fällen von Brandstiftung aus. Ob ein direkter Zusammenhang zu der aktuellen Brandserie besteht, stehe derzeit noch nicht fest, sei aber durchaus möglich, so die Polizei.

Der erste Brandalarm ging am Montagabend um 22.20 Uhr in der Maximilian-Lutz-Realschule in Besigheim los. Ein unbekannter Täter hatte an der Schulküche im Erdgeschoss des Hauses eine Fensterscheibe eingeschlagen, war eingestiegen und hatte im Bereich einer Arbeitsplatte Feuer gelegt.

Durch den Brand wurde Inventar, Elektrik und Deckenbeleuchtung in Mitleidenschaft gezogen und es entstand Sachschaden in Höhe von etwa 60.000 Euro. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Besigheim, Walheim und Ottmarsheim waren mit 57 Einsatzkräften am Brandort und hatten das Feuer rasch unter Kontrolle.

Um 2.05 Uhr schellte der Brandalarm im Ellental-Gymnasium in Bietigheim-Bissingen. Möglicherweise derselbe Täter hatte auch hier ein Fenster eingeschlagen und sich Zugang zu einem Oberstufenraum verschafft. In dem Raum setzte er vermutlich Prospektkartons in Brand. Die Flammen griffen in der Folge auf den gesamten Raum über, der vollständig ausbrannte.

Die Freiwillige Feuerwehr Bietigheim-Bissingen war mit 84 Einsatzkräften vor Ort und konnte ein weiteres Ausbreiten des Feuers verhindern. Angrenzende Flurbereiche wurden durch Hitze und Ruß in Mitleidenschaft gezogen. Der entstandene Brandschaden wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Am Ellental-Gymnasium wird am heutigen Dienstag nach dem Brand kein Unterricht stattfinden.

Ungeachtet dessen, ob die Brandserie und die Schulbrände zusammenhängen, werden die Ermittlungen zu den Schulbränden bei der Kriminalpolizei Ludwigsburg und der mittlerweile auf 30 Beamte aufgestockten Ermittlungsgruppe "LOGI" zusammengeführt. Sachdienliche Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter (07141) 18-9 oder auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die seit Oktober 2012 anhaltende Serie von Brandstiftungen hält Polizei und Feuerwehr in Atem. Am 15. Oktober waren in Tamm und in Bietigheim-Bissingen, am 3. November in Asperg und schließlich am 18. November beim Güterbahnhof in Kornwestheim bei dortigen Autohäusern Autos verschiedener Hersteller in Flammen aufgegangen.

Zwischen dem 18. November und dem 3. März war dann erst einmal Ruhe. Erst wieder am 3. März wurden Brandstiftungen an Autos von Autohäusern in Bietigheim-Bissingen gemeldet. Bis hierhin wurden insgesamt 23 Autos in Brand gesteckt. Ein Großteil der Fahrzeuge brannte dabei vollständig aus.

Am 8. März brannten dann neben zahlreichen Autos auch Mülleimer und eine Betriebshalle eines Herstellers für Dentalprodukte in Bietigheim-Bissingen aus. Der Schaden beim Gebäudebrand liegt bei mindestens einer Million Euro. Die Betriebshalle selbst ist vollständig ausgebrannt, das Dach ist eingestürzt. Das Hauptgebäude ist im direkt angrenzenden Bereich erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden.

Im Zusammenhang mit den Brandstiftungen am 3. und 8. März besteht aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe eine große Wahrscheinlichkeit, dass es sich hier um den oder dieselben Täter handelt. Es muss nun geklärt werden, inwieweit die anderen Brände zur aktuellen Brandserie zugeordnet werden können. Laut Polizei bestehe Gefahr, dass eventuell Trittbrettfahrer die polizeilichen Ermittlungen auf eine falsche Fährte führen könnten. Unklar ist auch, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt. Bis jetzt sind glücklicherweise keine Menschen verletzt worden. Die Polizei fürchtet aber, dass genau dieser Fall irgendwann eintreten könnte.

Bereits vor zwei Jahren gab es in Bietigheim eine kleinere Brandserie, bei der Autoreifen in Brand gesteckt wurden. Hier wurden zwei Täter verhaftet, die inzwischen auch schon verurteilt wurden.