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Hetzparolen und Hakenkreuze sind an der Wand einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Riedlingen von unbekannten Tätern aufgepinselt worden. In einem Papiercontainer wurde ein Feuer entzündet.
Hetzparolen und Hakenkreuze sind an der Wand einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Riedlingen von unbekannten Tätern aufgepinselt worden. In einem Papiercontainer wurde ein Feuer entzündet. © dpa
19.09.2015

Brennende Mülltonnen und Hakenkreuze bei Flüchtlingsheim

Riedlingen/Mögglingen. Unbekannte haben ein Flüchtlingsheim und eine Moschee mit Hakenkreuzen beschmiert. In der Unterkunft in Riedlingen (Kreis Biberach) hielten sich am frühen Samstagmorgen 47 Syrer auf, als plötzlich zwei Mülltonnen brannten. Die Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen, verletzt wurde niemand. Die Außenwände des Heims waren zudem mit umgekehrten Hakenkreuzen und rechten Parolen beschmiert. In Mögglingen (Ostalbkreis) besprühten Unbekannte eine Moschee mit Hakenkreuzen.

Die Flüchtlinge seien umgehend betreut worden, sagte ein Polizeisprecher. Sie seien innerlich aufgewühlt gewesen, es gehe ihnen aber gut. Die Kriminalpolizei ermittelt unter anderem wegen Brandstiftung, außerdem ist der Staatsschutz eingeschaltet.

Bereits in den vergangenen Wochen war es in Deutschlands Südwesten zu Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte gekommen, so war ein geplantes Asylbewerberheim in Weissach im Tal (Rems-Murr-Kreis) in Flammen aufgegangen.

Zu einem weiteren rechtsextremen Übergriff kam es ebenfalls in der Nacht zu Samstag in Mögglingen (Ostalbkreis). Dort besprühten Unbekannte eine Moschee mit mehreren Hakenkreuzen. Die Moschee wurde per Video überwacht, die Aufzeichnungen wurden noch ausgewertet. Der Sachschaden lag den Angaben zufolge bei etwa 1000 Euro.

Unterdessen kommen weiterhin viele Flüchtlinge nach Baden-Württemberg. So fuhr am Freitagabend nach Angaben der Bundespolizei ein Sonderzug mit knapp 400 Flüchtlingen aus Bayern nach Esslingen. Weitere 29 Flüchtlinge wurden in der Nacht zu Samstag aus zwei regulären Zügen geholt. Ob am Wochenende weitere Sonderzüge ankommen würden, war unklar. «Seit die Grenzkontrollen wieder eingeführt sind, gehen die Zahlen zurück», sagte sie.