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Chemieunterricht in der Schule kann spannend sein. In einer Schule in Weil am Rhein wird es in den nächsten Tagen jedoch keinen Chemieunterricht geben, denn wegen einer kaputten Bromflasche musste das Schulgebäude evakuiert werden.
Chemieunterricht in der Schule kann spannend sein. In einer Schule in Weil am Rhein wird es in den nächsten Tagen jedoch keinen Chemieunterricht geben, denn wegen einer kaputten Bromflasche musste das Schulgebäude evakuiert werden. © dpa
19.09.2011

Brom-Unfall: Schüler klaut Fläschchen - 51 verletzt

Weil am Rhein. Ein übler Scherz eines Schülers ist Ursache für den Chemieunfall in einem Gymnasium in Weil am Rhein (Kreis Lörrach) mit 51 Verletzten. Ein 19-Jähriger habe gestanden, dass er einem Mitschüler ein geöffnetes Fläschchen mit Brom vors Gesicht hielt, dass er zuvor aus dem Chemieraum entwendet hatte, teilte die Polizei mit. Dieser habe ihm dann reflexartig das Fläschchen aus der Hand geschlagen, wobei es zu Boden fiel und der Inhalt sich verteilte.

Auf den 19-Jährigen wartet nun eine Anzeige. Derzeit wird laut Polizei geprüft, ob auch die Schule eine Schuld trage und Aufsichts- oder Aufbewahrungspflichten nicht nachgekommen sei.

Durch die giftigen Dämpfe waren am Freitag insgesamt 51 Menschen verletzt worden, viele hatten über Atembeschwerden geklagt und einige mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Die meisten von ihnen konnten die Klinik am Abend wieder verlassen, vier Verletzte mussten jedoch über Nacht bleiben. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, die Schule wurde geräumt und Anwohner gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Das Bromfläschchen war nach dem Unfall durch die Rettungskräfte nicht aufgefunden worden. Zunächst hatte die Polizei angenommen, dass der 19 Jahre alte Schüler, der den Unfall verursacht hat, das Fläschchen auch entsorgt hatte. Der 19jährige bestritt dies aber, so dass die Polizei nach dem Fläschchen suchte. Erst am Freitagabend wurde es in einem Gebüsch aufgefunden.

Den Fundort hatte ein Mitschüler des 19jährigen der Polizei gezeigt. Dieser gab dann auch zu, dass er nach dem Unfall, während sein Schulkollege mit Papiertaschentüchern die Flüssigkeit aufwischen wollte, das Fläschchen verschloss und auf der Flucht aus dem Gebäude mitnahm. Da er nicht wusste wo er es entsorgen sollte, hatte er es in ein schwer zugängliches Gebüsch außerhalb des Schulgeländes geworfen. Wohl aus Angst vor möglichen Konsequenzen hatte er dies der Polizei zunächst nicht mitgeteilt.

Brom wird im Chemieunterricht unter anderem für den Nachweis von Kohlenstoffverbindungen verwendet. Die Dämpfe können die Haut und die Schleimhäute reizen und in großer Konzentration zu sogenanntem erstickendem Bromhusten führen. dpa