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Streikende Bus- und Straßenbahnfahrer haben in und rund um Karlsruhe für volle S-Bahnen der AVG und volle Nahverkehrszüge gesorgt. Auch auf den Zufahrtsstraßen ging es langsamer als sonst.
Streikende Bus- und Straßenbahnfahrer haben in und rund um Karlsruhe für volle S-Bahnen der AVG und volle Nahverkehrszüge gesorgt. Auch auf den Zufahrtsstraßen ging es langsamer als sonst. © dpa
19.10.2011

Bus- und Straßenbahnfahrer streiken in Karlsruhe

Karlsruhe/Pforzheim. Busse und Straßenbahnen sind am Mittwochmorgen in Karlsruhe, Baden-Baden und Konstanz wegen eines Streiks in den Depots geblieben. Rund 1000 Fahrer legten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi die Arbeit nieder. Tausende Pendler mussten auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Aber: S-Bahnen und Nahverkehrszüge fuhren und waren rappelvoll, viele Zufahrtsstraßen verstopft. In Pforzheim werde laut Verdi am Samstag gestreikt. Betroffen ist die Zeit zwischen 4.30 und 14 Uhr.

Die Landeshauptstadt Stuttgart blieb am Mittwoch noch verschont, soll aber wie Freiburg und Esslingen am Donnerstag bestreikt werden. Der Samstag-Streik in Pforzheim dürfte weniger problematisch ablaufen, da keine Schülerbusse betroffen wären. Möglicherweise könnten wieder Fremdfirmen zum Einsatz kommen, um zumindest einen Teil der Busse fahren lassen zu können, so Tobias Demmel, Pressesprecher der Stadtverkehr Pforzheim (SVP). SVP-Geschäftsführer Johannes Schwarzer hatte am Montag im Werkeausschuss des Pforzheimer Gemeinderats „wenig Verständnis“ für den neuerlichen Streik geäußert. Schließlich habe man sich mit dem Betriebsrat bereits darauf geeinigt, den landesweiten Tarifabschluss in den wichtigsten Punkten zu übernehmen.

Der Streik soll laut Verdi "wenn nötig über Wochen" geführt und gegebenenfalls noch gesteigert werden. Damit wird der Arbeitskampf fortgesetzt, der Anfang vergangener Woche mit Warnstreiks unter anderem in Pforzheim begonnen hatte. Verdi fordert in den festgefahrenen Tarifverhandlungen unter anderem kürzere Schichten, volles Weihnachtsgeld und 30 Tage Urlaub für alle unabhängig vom Alter. Mehr als 96 Prozent der Mitglieder hatten sich bei einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. dpa