nach oben
Busfahrer laufen am Montag in Müllheim (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) an Bussen vorbei, die im Depot stehen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Streit um einen neuen Tarifvertrag im privaten Omnibusverkehr zu einem ganztägigen Warnstreik in mehreren Orten in Baden-Württemberg aufgerufen.
Busfahrer laufen am Montag in Müllheim (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) an Bussen vorbei, die im Depot stehen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Streit um einen neuen Tarifvertrag im privaten Omnibusverkehr zu einem ganztägigen Warnstreik in mehreren Orten in Baden-Württemberg aufgerufen. © dpa
23.01.2012

Busfahrerstreik im Südwesten: Verkehrschaos bleibt aus

Schwäbisch Gmünd/Heidenheim. Viele Busse standen in den Depots, das große Verkehrschaos blieb aber aus: Der Warnstreik von Fahrern privater Busunternehmen hat den Straßenverkehr am Montag in mehreren Städten Baden-Württembergs nur leicht beeinträchtigt.

Bis auf kleinere Staus etwa in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) und Heidenheim kam es zu keinen Verkehrsbehinderungen. Das teilten mehrere Polizeisprecher am Montag mit. Derweil hofft die Gewerkschaft Verdi nun auf ein Entgegenkommen der Arbeitgeber. «Wir erwarten ein Signal», sagte Verdi-Verhandlungsführer Rudolf Hausmann. Andernfalls würde die Gewerkschaft zu weiteren Streiks aufrufen.

Ohne öffentliche Ankündigung soll in den nächsten Tagen jedoch nicht erneut die Arbeit niedergelegt werden. Hausmann kritisierte, dass sich einige Busunternehmen gegen ein Abkommen mit Verdi widersetzten und Rentner als Ersatzfahrer engagierten.

Der Gewerkschaft Verdi zufolge waren rund 300 000 Schüler und Pendler betroffen. Bis zu 1000 Busfahrer sollten über den Tag verteilt ihre Arbeit niederlegen, sagte Hausmann. Der Warnstreik betraf den privaten Omnibusverkehr in Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg, Müllheim, Schwäbisch Hall, Heidenheim, Schwäbisch Gmünd, Tübingen, Reutlingen und Tuttlingen.

Besonders betroffen war Tübingen, wo in der Innenstadt zunächst kein einziger Bus fuhr. Die streikenden Busfahrer hätten alle Straßen blockiert und ließen keinen Bus durch, sagte eine Sprecherin der Stadtwerke. Lediglich in den Randbezirken fuhren einige Busse nach einem Notfahrplan - aber die Fahrgäste mussten dann selbst schauen, wie sie Richtung Bahnhof oder Altstadt kamen. Die Stadtwerke bezeichneten die Aktion als überzogen.

In Schwäbisch Gmünd staute sich der Verkehr gegen 7.30 Uhr auf mehreren Straßen. Geduld mussten Autofahrer auch in Heidenheim mitbringen. Da die meisten Eltern ihre Kinder zur Schule fuhren, kam es dort zu längeren Wartezeiten. In anderen Städten gab es so gut wie keine Verkehrsprobleme.

Verdi fordert deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Dazu zählen unter anderem 30 Tage Urlaub für alle und dass die Löhne auch im Krankheitsfall zu 100 Prozent weitergezahlt werden. Der Arbeitgeberverband WBO bezeichnete die Forderungen als überzogen und realitätsfern: «Die Gesamtforderung ist absolut unangemessen und für die Unternehmen wirtschaftlich nicht darstellbar.»