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Die CDU-Spitze in Baden-Württemberg legt Ex-Regierungschef Stefan Mappus nach dem Bekanntwerden abfälliger Äußerungen über die CDU den Parteiaustritt nahe. An der Basis sieht man das nicht so streng. 

CDU-Basis ist sauer, aber uneins über Mappus-Austritt

Die CDU-Basis in Baden-Württemberg sieht in der Kungelei von CDU-Abgeordneten im EnBW-Untersuchungsausschuss mit Ex-Regierungschef Stefan Mappus eine schwere Bürde für die Partei - doch ein Austritt von Mappus wird kaum gefordert, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa unter CDU-Kreisvorsitzenden ergeben.

CDU-Landeschef Thomas Strobl und der Fraktionsvorsitzende Peter Hauk hatten Mappus dagegen jüngst nahegelegt, die CDU zu verlassen. Grund: Der frühere Parteichef soll nach einer Vernehmung im EnBW-Untersuchungsausschuss per SMS geschrieben haben, er habe gute Lust aus dem «Scheißverein» CDU auszutreten.

Der Chef der CDU Ostalb, Norbert Barthle, findet die Debatte um einen Austritt «völlig übertrieben»: «Seine eigene Partei mal einen Scheißverein zu nennen ist völlig normal», sagte der Bundestagsabgeordnete. Verärgert ist er darüber, dass Ulrich Müller als Vorsitzender im EnBW-Ausschuss Informationen an Mappus weitergab.

Anders als die meisten Kreisvorsitzenden sieht der Konstanzer CDU-Chef Willi Streit eine weitere Mitgliedschaft von Mappus in der CDU als «äußerst belastend» und «schädlich für den Neuaufbau der Südwest-CDU». «Mit einem Austritt aus der CDU würde meines Erachtens Herr Mappus Courage und konsequentes Handeln dokumentieren», sagte Streit.